US-Handelskette
Rauer Start für Ex-Apple-Store-Chef bei J.C. Penney

Es ist ein spannender Versuch: Der einstige Chef der eleganten und lukrativen Apple-Läden rollt die drittgrößte amerikanische Warenhauskette auf. Doch das erste Quartal brachte miese Zahlen hervor.
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New YorkDer einstige Apple-Manager Ron Johnson muss beim radikalen Umbau der drittgrößten US-Warenhauskette J.C. Penney durch schwere Turbulenzen. Im ersten Quartal sackte der Umsatz um ein Fünftel auf 3,15 Milliarden Dollar ab. Es gab zudem einen unerwartet hohen Verlust von 163 Millionen Dollar. Johnson versicherte nach Vorlage der Zahlen am Dienstag, dass J.C. Penney in diesem Jahr noch Geld verdienen werde. Die Aktie brach nachbörslich um mehr als 12 Prozent ein.

Johnson hatte nach seinem Amtsantritt im November viele Änderungen auf den Weg gebracht. Er reduziert die Lagerbestände, schaffte die Verkaufsprovision für Mitarbeiter ab und geht sparsamer mit Rabatt-Coupons um. Außerdem stieg J.C. Penney aus dem Outlet-Geschäft mit vergünstigten Artikeln aus.

Johnsons Umbau ist ein spannendes Experiment, weil er Rezepte aus seiner Zeit bei Apple bei einem klassischen Einzelhandelsriesen anwendet und dabei zum Teil auch gegen den Strom schwimmt. „Wir versuchen, eine "Titanic" in 1100 Jet-Boote zu verwandeln“, sagte er vor Investoren in Anspielung auf die Zahl der Filialen. „Wir haben gesagt, dass wir Zeit brauchen werden.“ Johnson räumte ein, dass der Umbau härter als erwartet ist. Die Quartalsdividende von 20 US-Cent je Aktie wird abgeschafft. Das so gesparte Geld soll ins Geschäft investiert werden. Dies war auch einer der ersten Schritte von Steve Jobs als er in den 90er Jahren zu Apple zurückkehrte.

Besonders der für das Tagesgeschäft zuständige Manager Michael Kramer warf ein Licht auf die Probleme. Im vergangenen Jahr seien 40 Prozent des Umsatzes bei Ausverkäufen und mit Rabatt-Coupons gemacht worden. Die Gutscheine seien wie eine „Droge“ gewesen, damit solle jetzt Schluss sein. Die IT-Infrastruktur sei ein Chaos: J.C. Penney brauche 492 Anwendungen, um das Geschäft am Laufen zu halten. Normal seien 100. Das Unternehmen habe auf Problemstellen Jahr für Jahr ein Pflaster nach dem anderen aufgeklebt.

Johnson hatte bei Apple seit 2000 ein Netz von inzwischen über 350 Läden aufgebaut. Die zunächst skeptisch aufgenommenen Apple Stores sind zu einem festen Bestandteil der Apple-Geldmaschine geworden. Zudem helfen die Läden mit oft auffälligem Design, die Marke Apple zu pflegen und Produkte wie das iPad-Tablet oder die Mac-Computer zu präsentieren. Johnson verbrachte vor seiner Zeit bei Apple 15 Jahre beim Einzelhändler Target.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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