US-Luft- und Seespedition Bax Global
Bahn konzentriert Logistik in Berlin

Die Deutsche Bahn konzentriert ihr Transport- und Logistikgeschäft in der Berliner Zentrale. Mit der Eingliederung der US-Luft- und Seespedition Bax Global, die der bundeseigene Konzern im vergangenen Jahr für eine Mrd. Euro kaufte, sollen die weltweit operierende Speditionstochter Schenker und der Schienengüterverkehr künftig zentral im Konzernbereich Transport und Logistik gesteuert werden, teilte die Bahn mit.

HB DÜSSELDORF. Mit Bax wird die Frachtsparte der Bahn zu einem Unternehmensteil, der mit 15 Mrd. Euro zwei Drittel des Konzernumsatzes erwirtschaftet und rund 80 000 Mitarbeiter weltweit beschäftigt. Die neue Struktur bedeute nicht, dass sich im Marktauftritt etwas ändere. Im Speditions- und Logistikbereich setze die Bahn weiter auf die international renommierte Marke Schenker. Die Neuerwerbung Bax werde voraussichtlich bei Schenker in die Luft- und Seefrachtsparte integriert, hieß es ergänzend aus Bahnkreisen. Auch das weltweite Geflecht der Schenker-Landesgesellschaften bleibe unangetastet; mit der neuen Struktur werde kein neues Unternehmen geschaffen.

Bisher hat die Schenker AG, die die Bahn mit der Stinnes-Holding 2002 von Eon gekauft hatte, an ihrem Sitz in Essen weitgehend selbständig operiert. An den Konzern berichtete lediglich Schenker-Vorstandschef Thomas Held. Künftig werden die drei Geschäftsfelder Luft- und Seefracht, Landverkehr sowie Logistik in Berlin an einem Tisch sitzen mit dem Schienengüterverkehr der Tochter Railion und der Stinnes Intermodal, die den kombinierten Verkehr mit Containern und LKW vermarktet – beide möglicherweise unter einer neuen gemeinsamen Marke. Ziel sei, zwischen der Schiene und der Schenker-Organisation die bislang vergeblich erhofften Synergien zu heben. Bisher wird im Konzern beobachtet, dass zwischen Spediteuren und Eisenbahnern in punkto Geschäft häufig Welten liegen.

Mit der Konzentration der Führung in Berlin werde eine operative Struktur geschaffen, die der früheren Stinnes-Organisation prinzipiell gleiche, sagte ein Branchenkenner. Intern wird die Veränderung auch als Aufwertung von Vorstand Norbert Bensel gesehen, der zwar schon nominell für Transport und Logistik verantwortlich war, aber keinen großen operativen Einfluss hatte. Unklar ist die Zukunft von Schenker-Vorstandschef Held. Auch wenn die Schenker AG als Holding für die zahlreichen Landesgesellschaften erhalten bleibe, werde seine bisherige Funktion überflüssig. ek

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