US-Regional-Airlines gehen Piloten aus: Wenn die Flieger fehlen, stirbt der Ort

US-Regional-Airlines gehen Piloten aus
Wenn die Flieger fehlen, stirbt der Ort

„Ist vielleicht jemand an Bord, der das Ding fliegen kann?“ In den USA herrscht Pilotenmangel, Regional-Airlines trifft das besonders. Bald könnten Flughäfen geschlossen werden – und Kleinstädte veröden.
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New YorkAmerikanischen Regionalfluggesellschaften gehen die Piloten aus. Maschinen bleiben mit verwaisten Cockpits am Boden, Verbindungen werden gestrichen. Die einen machen die Politik verantwortlich, andere Anfangsgehälter an der Armutsgrenze, die den Nachwuchs abschrecken. Für ländliche Gegenden in den USA, die auf das Netz der unzähligen Mini-Flughäfen angewiesen sind, wird es ernst. Hunderte Airports könnten gezwungen sein zu schließen, abgelegene Kleinstädte den Anschluss verlieren.

Great Lake Airlines hat es besonders hart erwischt. Von 8. April bis 6. Juni werden alle Flüge vom Regionalflughafen Telluride Regional Airport nach und von Denver eingestellt, teilte die Fluggesellschaft vergangene Woche mit. Hatte die Airline im August 2013 noch 300 Piloten, sind es jetzt nur noch 80, muss Managerin Erica Doemland einräumen. Zum Aderlass bei den Piloten kam das katastrophale Winterwetter: Crews saßen irgendwo eingeschneit fest und fehlten auf anderen Strecken. Es kam eines zum anderen.

Seit Februar streicht das Unternehmen einen Flug nach dem anderen und versucht die Maschinen, die noch in der Luft sind, so effektiv wie möglich einzusetzen. Telluride im US-Bundesstaat Colorado wird erst einmal nicht mehr angeflogen.

Der Tod kommt schleichend. In den 1990ern hatte der Regionalflughafen noch Direktflüge nach Los Angeles in Kalifornien oder Phoenix in Arizona. Heute verlassen die Rollbahn an Wochentagen planmäßig nur noch drei Propellermaschinen von Great Lake Richtung Denver, den fünftgrößten Flughafen der USA. Noch, denn was nach dem 6. Juni kommt, ist bislang offen.

In über 3000 Meter Höhe eng an die wild-romantische Felslandschaft der Rocky Mountains geschmiegt, gehört das Tempter House zu einem der spektakulärsten Urlaubsziele in Colorado. Ein spektakulärer Blick von allen Zimmern, Jacuzzi-Bäder, Outdoor-Feuerplätze und direkte Anbindung an die Skigebiete locken zahlungskräftige Kunden und exklusive Partys und Konferenzen an. Zum Telluride-Airport sind es nur 15 Minuten, schließt dieser, wäre der nächstgelegene Flughafen aber schon 90 Autominuten entfernt.

Beliebtes Skiparadies im Winter, wirbt der ebenso abgelegene wie malerische Ort um Konferenzen und Unternehmenstagungen im Sommer. Seit Jahren zahlen Ressorts, Hotels und die Gemeinde Hunderttausende Dollar pro Jahr für ein Programm, mit dem Fluggesellschaften ein Teil der Kosten für den Liniendienst erstattet wird. Aber wie lang das noch bezahlbar ist, ist unklar. Der Tourismus wäre ernsthaft gefährdet, wenn nur noch Privatmaschinen und Geschäftsjets ab und zu mal den höchst gelegenen kommerziellen Flughafen der USA ansteuern.

Kommentare zu " US-Regional-Airlines gehen Piloten aus: Wenn die Flieger fehlen, stirbt der Ort"

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  • Soweit ich das sehe, ist die Lösung schon im Artikel. Die Gesetzänderung, das Co-Piloten 15000 Stunden statt 250 Stunden Flugerfahrung haben müssen, sollte auf 500 gesenkt werden.

  • Das Problem hört sich doch gut an.

    Jetzt können die kleinen Kinder wieder vom "Piloten-Dasein" träumen. Ich find´s nett.

    Langfristig werden die Gehälter somit steigen. :)

  • Hört sich doch gut an für den Arbeitsmarkt.
    Endlich können die kleinen Kinder wieder vom "Piloten" Da-sein träumen ;)

    Der Markt regelt das alles schon von selbst. Daher ...

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