US-Richter lässt Klage zu
Wal-Mart droht gigantische Sammelklage

Die US-Einzelhandelskette Wal-Mart muss sich womöglich wegen des Vorwurfs der Diskriminierung weiblicher Beschäftigter vor Gericht verantworten. Ein US-Bundesrichter hat am Dienstag eine entsprechende Sammelklage gegen den US-Einzelhandelskonzern zugelassen.

HB CHICAGO. Das Verfahren könnte den Konzern Rechtsexperten zufolge Hunderte von Millionen, wenn nicht sogar Mrd. Dollar kosten. Wal-Mart-Aktien sackten an der Wall Street ab.

Der US-Bezirksrichter Martin Jenkins ließ damit Klagen von etwa 1,6 Mill. Frauen zu, die seit dem 26. Dezember 1998 beim weltgrößten Einzelhandelsunternehmen gearbeitet haben. In der bereits im Jahr 2001 eingereichten Klage wird Wal-Mart vorgeworfen, Frauen bei der Bezahlung, Fort- und Weiterbildung benachteiligt zu haben. Zudem sei der Konzern gegen Frauen, die sich gegen diese Art der Behandlung beschwerten, vorgegangen. Wal-Mart bestritt die Vorwürfe und kündigte Berufung gegen den Spruch des Richters an.

Rechtsexperten zufolge werden die meisten Sammelklagen in den USA außergerichtlich noch vor Prozessbeginn beigelegt. Eine solche Lösung könnte nach ihren Angaben aber viel Geld kosten.

Der Konzern hatte entsprechende Vorwürfe bereits in der Vergangenheit wiederholt zurückgewiesen. Die größere Zahl von männlichen Beschäftigten in Management-Positionen hatte Wal-Mart mit einer größeren Zahl von Bewerbungen von Männern dafür begründet. Die Entscheidung des Richters habe absolut nichts mit dem Sachverhalt dieses Falles zu tun, teilte der Konzern am Firmensitz in Bentonville im US-Bundesstaat Arkansas mit. Zugleich kündigte Wal-Mart jedoch an, seine Beschäftigungspraxis zu überprüfen, aber gegen die Zulassung der Sammelklage in die Berufung zu gehen.

„Bis heute hat Wal-Mart kein Verfahren wie dieses bevorgestanden“, sagte einer der Anwälte der Klägerinnen. Klagen einzelner Frauen seien für den Konzern nicht mehr als Nadelstiche gewesen. „Jetzt ist das Spielfeld ausgeglichen“, sagte er.

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