US-Wett-Entscheidung
Online-Glücksspiel in die Krise gestürzt

Der US-Kongress hat am Wochenende überraschend ein Gesetz gegen Glücksspiele im Internet verabschiedet. Das hat etliche Wettanbieter am Montag erheblich unter Druck gebracht.

HB WASHINGTON. Das vor allem von den Republikanern unterstützte Gesetz verbietet Kreditkartenfirmen und Banken auf Kundenwunsch den meist außerhalb der USA ansässigen Internet-Glücksspiel-Unternehmen Geld anzuweisen. Die mit großer Mehrheit im Senat und Repräsentantenhaus beschlossene Bestimmung, das dem neuen Hafensicherheits-Gesetz angehängt wurde, benötigt vor Inkrafttreten noch die Unterschrift von US-Präsident George W. Bush.

Mit dem am 30. September verabschiedeten „Unlawful Internet Gambling Act of 2006“ will der amerikanische Gesetzgeber das Geschäft mit Online-Glücksspiel bekämpfen. US-Präsident George W. Bush will den Entwurf noch vor den Kongresswahlen am 7. November unterzeichnet. Damit wären US-, aber auch ausländische Wettanbieter gezwungen, ihr lukratives Geschäft in den USA aufzugeben.

Damit sei die gesamte Glücksspiel-Industrie im Internet bedroht, die insgesamt zwölf Milliarden-Dollar (9,4 Mrd. Euro) umsetze, schreibt die „Washington Post“. Vier Wochen vor den Kongress-Wahlen hofften die Republikaner mit dem Beschluss gegen das Internet-Glücksspiel vor allem konservative und religiöse Wähler beeindrucken zu können, so der Vorwurf der Demokraten, von denen aber fast alle auch für das Gesetzespaket stimmten.

Die neue Bestimmung nehme eine „Schattenwirtschaft“ ins Visier, die schlicht illegal sei, meinte der Führer der republikanischen Mehrheitsfraktion im Senat, Bill Frist. Das kaum zu kontrollierende Glücksspiel im Internet eröffne Geldwäschern und anderen illegalen Geldgeschäften Tür und Tor, meinen die Republikaner. Etwa die Hälfte des Spielumsatzes im Internet wird einem Kongressbericht zufolge in den USA gemacht.

„Das ist ein erheblicher Rückschlag für unser Unternehmen, die Aktionäre, die Spieler und die gesamte Branche“, kommentierte Mitch Garber, CEO von Partygaming, die Entscheidung in einem Statement. Durch den drohenden Verlust des US-Geschäfts rechnet der weltweit größte Anbieter von Glücksspiel und Sportwetten im Internet damit, dass die Ergebnisse für 2006 und 2007 deutlich hinter den Prognosen zurückbleiben werden.

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