USA
Finanzkrise macht nicht vor Football halt

Die Finanzkrise erfasst nun auch die Sport- und Bildungselite in den USA. Die National Football League (NFL) erklärte am Dienstag, wegen der Rezession fast 14 Prozent der Mitarbeiter zu entlassen.

HB CHICAGO/BOSTON. Nicht nur für die beliebteste Sportart im Land geben die US-Bürger weniger Geld aus, auch Harvard als wohlhabendste Universität der Welt bekommt die Auswirkungen von Bankencrash und Wirtschaftsabschwung zu spüren.Die Elite-Hochschule will im kommenden Jahr die Gehälter von Professoren und einem Teil der Angestellten nicht anheben und mindestens 105 Mio. Dollar einsparen.

Die Universität in Boston finanziert sich zu mehr als einem Drittel aus Spendengeldern. Anfang Dezember erklärten die Verantwortlichen, in den vergangenen vier Monaten seien die Spenden um 22 Prozent zurückgegangen. Das entspreche einem Betrag von acht Mrd. Dollar. So wenig habe die Universität seit 40 Jahren nicht mehr eingenommen. Auch die Besetzung der unter Wissenschaftlern heiß begehrten Stellen mit der Aussicht auf eine lebenslange Festanstellung solle aufgeschoben werden, schrieben die Dekane der Fakultäten in einem Brief an Mitarbeiter.

Auch die NFL leidet unter der verminderten Konsumfreude der US-Verbraucher und streicht rund 150 Stellen. Der Arbeitsplatzabbau betrifft nicht die Mannschaften der Liga, die von einzelnen Clubs kontrolliert werden. Allein mit dem Verkauf von TV-Rechten nimmt die NFL rund 3,7 Mrd. Dollar pro Jahr ein und hat im Vorjahr Tickets im Gesamtwert von 22,3 Mio. Dollar verkauft. Doch die Kosten für die Finanzierung neuer Stadien seien infolge der Bankenkrise gestiegen, während die Einnahmen durch Geschäfte mit Werbepartnern, Sponsoren und Fans zurückgegangen seien, sagte NFL-Vizepräsident Eric Grubman. Die Stellenstreichungen seien im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld notwendig, betonte NFL-Beauftragter Roger Goodell in einem Brief an die Mitarbeiter. "Ich wünschte, ich könnte berichten, dass wir immun gegenüber den Problemen um uns herum sind, aber das sind wir nicht."

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