Vapiano
Restaurant-Kette will an die Börse

Vapiano soll sich auf den Börsengang vorbereiten. Die Restaurant-Kette wiegelt ab und spricht von „Branchen-Gerüchten und -Spekulationen“. Doch mit den Erlösen aus den Emissionen könnte Vapiano weiter expandieren.
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FrankfurtDie Restaurant-Kette Vapiano bereitet laut Finanzkreisen einen Börsengang in Frankfurt im kommenden Jahr vor. Das Unternehmen und seine Eigentümer seien bereits dabei, Investmentbanken auszuwählen, die sie an die Börse begleiten sollten, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Die 2002 gegründete Pasta- und Pizza-Kette, die zusammen mit Franchisenehmern inzwischen 175 Selbstbedienungs-Restaurants in 31 Ländern betreibt, könnte dabei einschließlich Schulden mit rund 600 Millionen Euro bewertet werden. Mit dem Erlös aus der Emission, der bei 200 Millionen Euro liegen könnte, soll die Expansion finanziert werden.

Vapiano und seine Gesellschafter wollten zu den Plänen auf Anfrage nicht äußern. Der seit Herbst 2015 amtierende Vapiano-Chef Jochen Halfmann sprach von "Gerüchten und Spekulationen aus der Branche". Im vergangenen Jahr hatten Vorwürfe von ehemaligen Mitarbeitern um manipulierte Stundenzettel und verlängerte Haltbarkeitsdaten Schlagzeilen gemacht. Halfmann sprach damals von Einzelfällen. Er legte ein Programm auf, um die Wartezeiten für die Gäste zu verkürzen.

Größter Eigentümer ist seit 2011 die Vermögensverwaltung Mayfair der früheren Tchibo-Mitgesellschafter Günter und Daniela Herz, die 44 Prozent hält. Firmengründer Gregor Gerlach gehören nach Unternehmensangaben noch 30 Prozent, dem Wella-Erben Hans-Joachim Sander 26 Prozent. Allein in Deutschland hat Vapiano 2015 mit 74 Restaurants 191 Millionen Euro umgesetzt, global lag der Umsatz fast beim Doppelten. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter. Im ersten Halbjahr 2016 sei der weltweite Umsatz um fast 15 Prozent gestiegen, erklärte Vapiano.

Insidern zufolge kalkuliert die Kette mit einem operativen Gewinn (Ebitda) von 30 bis 35 Millionen Euro. Vergleichbare Unternehmen wie Domino's Pizza ("Joey's Pizza") werden mit dem 20-fachen des Ebitda bewertet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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