Vatas steigt bei Air Berlin ein: Windhorst ohne Flugangst

Vatas steigt bei Air Berlin ein
Windhorst ohne Flugangst

Deutschlands einstiger Vorzeigejungunternehmer Lars Windhorst hat trotz eines Absturzes an Weihnachten keine Flugangst bekommen: Er ist Geschäftsführer der Berliner Beteiligungsgesellschaft Vatas, die in großem Stil bei der Fluggesellschaft Air Berlin eingestiegen ist - ein Paukenschlag, nicht nur an der Börse.

HB BERLIN. Zum 2. Januar habe Vatas einen Anteil von 15,4 Prozent der Stimmrechte gehalten, teilte Air Berlin am Donnerstag in Berlin mit. Die Berliner Investmentfirma Vatas ist so mit einem Schlag zum größten Aktionär der Billigfluggesellschaft geworden. Vatas halte die Anteile über ihre Tochter Haarlem One. Ein Sprecher der Fluggesellschaft hatte zunächst keine weiteren Informationen über die Intentionen des Finanzinvestors. Bei Vatas war niemand zu erreichen.

Die Beteiligungsgesellschaft ist unter anderem Großaktionär beim Internet-Dienstleister Freenet und beim Pflegeheimbetreiber Curanum.

Lars Windhorst (31) hatte in den 1990er Jahren unter anderem in Begleitung des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl für Aufsehen gesorgt. Der aus Ostwestfalen stammende Windhorst hatte als 16-Jähriger ein Unternehmen für Computerzubehör gegründet, aus dem ein weit verzweigter Konzern mit etwa 90 Mill. Euro Umsatz pro Jahr entstand. Dieser brach aber genauso schnell wieder zusammen. Vor einigen Jahren hatte Windhorst für einen Teil seiner Firmen und auch privat Insolvenz anmelden müssen.

Beim Absturz eines deutschen Geschäftsflugzeugs in Kasachstan war Windhorst am zweiten Weihnachtsfeiertag verletzt worden. Er war auf dem Weg von Hannover nach Hongkong und hatte in der früheren kasachischen Hauptstadt Almaty einen Tankstopp eingelegt. Einer der beiden deutschen Piloten des Flugzeugs wurde getötet, als der zweistrahlige Jet vom Typ Challenger unmittelbar nach dem Abheben von der Bahn abkam und gegen eine Mauer prallte. Windhorst war in ein Berliner Unfallkrankenhaus gebracht worden und dort am 2. Januar entlassen worden.

An der Börse reagierten die Aktien von Air Berlin mit einem Kurssprung von zeitweise mehr als sechs Prozent auf die Neuigkeiten. Die Papiere der Fluggesellschaft gehörten im vergangenen Jahr mit einem Kursrückgang von 25 Prozent zu den großen Verlierern im Kleinwerteindex SDax. An Air Berlin ist unter anderem die Deutsche Bank über mehrere Fonds mit insgesamt 15 Prozent beteiligt. Das Kreditinstitut spricht allerdings von einer reinen Handelsposition. Bis auf prozentual einstellige Beteiligungen von Managern und Altaktionären befindet sich der Rest der Aktien in Streubesitz.

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