Vegetarische Produkte
Warentest findet Mineralölbestandteile

Die Bilanz von Schnitzeln, Bratwürsten und Frikadellen ohne Fleisch fällt laut Stiftung Warentest durchwachsen aus. Testsieger wird ausgerechnet ein Produkt, das gar kein Ersatz sein will.

BerlinDie Stiftung Warentest hat vegetarische Wurst- und Fleischprodukten untersucht – die gesundheitliche, ethische und geschmackliche Bilanz von Schnitzeln, Bratwürsten und Frikadellen, für die kein Fleisch verwendet wird, durchwachsen aus. In sechs von 20 Fleischersatzprodukten fanden die Tester hohe Mengen an kritischen Mineralölbestandteilen. 15 Produkte enthielten Soja, für das in Brasilien Regenwald gerodet wird. Und neun Fleischersatz-Produkte sorgten bei den Testessern nur für ein „befriedigendes” oder „ausreichendes” Geschmackserlebnis.

Ausgerechnet in dem vegetarischen Schnitzel, das den Testern am besten schmeckte, fanden sie eine der höchsten Belastungen mit Mineralölbestandteilen, die sie je in Lebensmitteln gemessen hatten, wie der Vize-Chefredakteur von „test”, Werner Hinzpeter, am Mittwoch sagte. Die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa stuft diese sogenannten MOSH-Verbindungen als „potenziell besorgniserregend” ein. Sie können sich langfristig im Körper, vor allem in Leber, Milz und Lymphknoten, anreichern.

Untersuchungsleiter Holger Brackemann erklärte, ein Mensch nehme pro Tag etwa zwei bis 20 Milligramm MOSH auf. „Bereits diese Zufuhr wird als bedenklich bewertet.” Es gebe aber keine gesetzlichen Grenzwerte für MOSH. Das betroffene Schnitzel habe 400 Milligramm MOSH enthalten und fiel deshalb mit „mangelhaft” durch. Die Unternehmen könnten die Belastung vermeiden, indem sie Mineralöle bei der Herstellung durch Pflanzenöle ersetzen.

Der Markt für Fleischersatz wächst kräftig. Laut Hinzpeter stieg der Jahresumsatz 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 31,5 Prozent auf insgesamt mehr als 310 Millionen Euro.

Um herauszufinden, warum Verbraucher die Produkte kaufen, befragte die Zeitschrift „test” ihre Leser im Internet. Das Ergebnis: Nur ein gutes Drittel der 3600 Teilnehmer will, dass diese Erzeugnisse auch tatsächlich wie Fleisch aussehen und schmecken. 16 Prozent wollen das auf keinen Fall. Deshalb gaben die Tester keinem Produkt eine schlechtere Note, wenn es nicht wie sein fleischliches Vorbild schmeckte.

An Geschmack und Konsistenz sollte einige Hersteller trotzdem arbeiten. Die fünf geschulten „test”-Verkoster mussten teils „krümelige, schwer kaubare Tofulappen in den Mund nehmen, äußerst salzige Sojamasse und gummiartige Seitanstreifen”, sagte Hinzpeter.

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Warentest findet Mineralölbestandteile

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Auch die Verwendung von Eiern und Soja bedenklich

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