Veolia übernimmt von Finanzinvestoren
Franzosen steigt bei Entsorger Sulo ein

Die Hamburger Entsorgungsgruppe Sulo bekommt einen neuen Eigentümer. Die Finanzinvestoren Blackstone und Apax Partners verkaufen ihre Beteiligung für 1,45 Mrd. Euro an den französischen Versorgungskonzern Veolia.

DÜSSELDORF. Veolia hat das Geschäft am Freitagmorgen bekanntgegeben und damit Informationen des Handelsblatts bestätigt.

Blackstone und Apax sind 2004 bei Sulo eingestiegen. Durch den Kauf des Konkurrenten Cleanaway Deutschland stieg ein Jahr darauf der Umsatz der Gruppe auf rund 1,2 Mrd. Euro. Das Unternehmen beschäftigt über 8 000 Mitarbeiter und ist nicht nur in Deutschland, sondern nach eigenen Angaben in zehn europäischen Ländern aktiv. Vorsitzender der Geschäftsführung ist Jürgen Rauen, der seit dem Jahr 2000 für Sulo arbeitet.

Veolia stößt mit dem Zukauf in Deutschland in die Spitzengruppe der Umweltservice-Firmen vor. Denn bislang machen die Franzosen hier nur 141 Mill. Euro Umsatz, weltweit sind es dagegen 7,5 Mrd. Euro. Der in den Sparten Wasser, Umwelt, Energie und Verkehr tätige Konzern weist für 2006 einen Gesamtumsatz von 28,6 Mrd. Euro aus.

Blackstone und Apax zahlten vor drei Jahren 500 Mill. Euro für ihren Einstieg bei Sulo, der Cleanaway-Zukauf kostete 558 Mill. Euro. Der jetzt ausgehandelte Preis mit Veolia wird in der Branche als „strategischer Preis bezeichnet.“ Die Franzosen wollten ihr Geschäft in Deutschland ausbauen und seien daher bereit einen hohen Aufschlag zu zahlen.

Branche in Bewegung

Die gesamte Branche ist stark in Bewegung. Experten sprechen von einem hohen Konsolidierungsdruck. Erst kürzlich hatte der Berliner Entsorger Alba die Entsorgungstochter des Energiekonzerns EnBW übernommen. Alba hatte ebenfalls Interesse an Sulo signalisiert. Allerdings nur „wenn das Preisniveau vernünftig ist“, sagte Mitinhaber Axel Schweitzer. Zu ernsthaften Verhandlungen mit Sulo scheint es aus eben diesem Grund offenbar nie gekommen zu sein. Zum Verkauf steht auch die Bonner DSD (Grüner Punkt). Finanzinvestor KKR will sich wieder zurückziehen.

Nach Angaben des Münchener Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung kommen die drei größten Entsorger Remondis, Sulo und Alba/Interseroh in Deutschland gerade einmal auf einen Marktanteil von 17 Prozent. In Spanien oder Frankreich erreichen die jeweiligen drei Marktführer zusammen zwischen 50 und 60 Prozent. Nur etwa ein Dutzend deutsche Entsorgungsunternehmen sei überregional aktiv, stellen die Wirtschaftsforscher fest.

Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent
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