Verärgerung im Betriebsrat
Thomas Cooks Sparkurs stößt auf Widerstand

Der finanziell angeschlagene Touristikkonzern Thomas Cook stößt mit seinen Vorschlägen für längere Arbeitszeiten und gleichzeitige Gehaltskürzungen auf Gegenwehr bei Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi.

HB FRANKFURT. Aus Kreisen der Arbeitnehmerseite verlautete am Montag, angesichts der schwierigen Lage gebe es eine große Bereitschaft zu einer befristeten Öffnung der bestehenden Tarifverträge. Allerdings werde man Eingriffen in die bestehenden Gehälter oder Kürzungen von Weihnachts- und Urlaubsgeld nicht zustimmen, sickerte aus mit den Tarifverhandlungen vertrauten Kreisen durch.

Es gebe andere Möglichkeiten, um Kosten zu sparen. Verhandelt werden soll möglicherweise über die Verschiebung einer Tariferhöhung. Über längere Arbeitszeiten als die bisherigen 38,5 Wochenstunden will die Arbeitnehmerseite dagegen nur bei einer verbindlichen Befristung dieser Maßnahme reden.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass der Vorstand des zweitgrößten europäischen Reisekonzerns 25 Prozent seiner Personalkosten in Deutschland sparen will und dafür einen auf rund zwei Jahre befristeten Sanierungstarifvertrag abschließen möchte. Gefordert wird, die Arbeitszeit auf 40 Wochenstunden anzuheben, die Gehälter um drei Prozent zu senken, das Urlaubsgeld um fünf Tage unbezahlten Urlaub zu kürzen und das 13. Monatsgehalt an den Unternehmenserfolg zu koppeln.

Der Betriebsrat zeigte sich über das frühzeitige Bekanntwerden der Forderungen verärgert, wollte diese am Montag aber nicht kommentieren. „Da ist nichts verhandelt. Es ist nichts unterzeichnet“, sagte ein Betriebsratssprecher. An diesem Donnerstag sollen die Beschäftigten in einer Betriebsversammlung am Cook-Sitz in Oberursel bei Frankfurt offiziell über die Vorstellungen des Unternehmens unterrichtet werden. „Zunächst muss Cook sich mit dem Betriebsrat einigen. Dann muss auch die Gewerkschaft Verdi zustimmen“, hieß es beim Betriebsrat.

Der Cook-Konzern hat im zurückliegenden Geschäftsjahr 2002/2003 (zum 31. Oktober) einen Verlust von 251 Millionen Euro ausgewiesen. Dieses Minus soll in diesem Jahr auf unter 100 Millionen Euro gedrückt werden. Beschlossen wurde bereits zu Jahresbeginn, zehn Prozent der 5 500 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen, knapp ein Drittel bei der Fluggesellschaft Condor.

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