Veranstaltungskarten Amazon scheitert mit Angriff auf Ticket-Händler

Amazon wollte weltweit den Markt für Veranstaltungstickets aufmischen. Doch nun zieht sich der Online-Riese aus dem Testmarkt Großbritannien zurück.
Update: 21.02.2018 - 15:29 Uhr Kommentieren
Der Kartenvorverkauf hat sich in den letzten Jahren verstärkt in den Online-Bereich verschoben. Das hat auch den Internetgiganten Amazon aufmerksam gemacht. Quelle: Reuters
Konkurrenz durch Amazon bleibt aus

Der Kartenvorverkauf hat sich in den letzten Jahren verstärkt in den Online-Bereich verschoben. Das hat auch den Internetgiganten Amazon aufmerksam gemacht.

(Foto: Reuters)

HamburgAmazon erleidet einen Rückschlag bei seinen Ambitionen, im Geschäft mit Veranstaltungstickets anzugreifen. Der Online-Händler stellt das vor zwei Jahren in Großbritannien gestartete Geschäftsfeld offenbar ein. Dabei hatte die Branche eigentlich bereits mit einem weltweiten Vorstoß gerechnet.

Großbritannien war der Testmarkt für den Einstieg in den Kartenhandel, der in Europa von einigen wenigen Spielern wie CTS Eventim und dem US-Anbieter Ticketmaster dominiert wird. Das Geschäft mit dem Veranstaltungsvorverkauf ist in den vergangenen Jahren immer weiter in den Online-Bereich abgewandert – was auch Amazons Interesse geweckt hat.

Zuletzt drückten die Spekulationen über einen großen Einstieg des Online-Giganten sogar auf den Aktienkurs des deutschen Anbieters CTS Eventim. Schließlich gilt das Ticketing auch wegen der Marktmacht des expansiven norddeutschen Unterhaltungskonzerns als stabiler Gewinnbringer. Das Bundeskartellamt wacht inzwischen mit Argusaugen über den Markt.

Trotz des eigentlich attraktiven Markts sieht es nun so aus, als bliebe die Konkurrenz durch Amazon vorerst aus. In den USA gab es bereits im November Gerüchte, Amazon verschiebe einen dort geplanten Start auf unbestimmte Zeit, weil ein Vertrag mit dem wichtigen Veranstalter Live Nation nicht zustande gekommen sei.

Damit hätte Amazon wichtige Konzerte nicht anbieten können. Auch in Europa hätte Amazon für den Einstieg in den Markt neue Verträge abschließen müssen. Zudem unterscheiden sich die Gepflogenheiten zwischen den USA und Europa deutlich – der Markteinstieg wäre recht komplex gewesen.

Daher baute Amazon in den vergangenen Jahren laut Stellenausschreibungen Personal und Know-how auf – offenbar vorerst vergeblich. In Großbritannien nämlich teilt Amazon nun den Kunden auf seiner Ticketing-Website mit, ab dem heutigen Mittwoch würden die meisten Veranstaltungen schrittweise aus dem Angebot entfernt.

Nur wenige Karten seien noch einige Zeit bestellbar. Bereits gekaufte Tickets blieben aber gültig. Ein Sprecher von Amazon UK bestätigte dem Handelsblatt den Schritt auf Anfrage, äußerte sich aber nicht zu den Gründen.

Das sind Deutschlands größte Online-Shops
Platz 15: docmorris.de
1 von 15

Die Versandapotheke DocMorris hat ihren Sitz zwar in den Niederlanden, liefert aber vor allem nach Deutschland. Im Ranking belegt sie mit 317,1 Millionen Euro Umsatz Platz 15.

(Quelle: EHI Retail Institute/Statista)

Platz 14: saturn.de
2 von 15

Der Elektronikriese Saturn hat 2016 338,4 Millionen Euro mit seinem Internetversand umgesetzt. Im Vergleich zu 2015 konnte Saturn den Umsatz seines Webshops verdoppeln. Im EHI-Ranking reicht das immerhin für Platz 14.

Platz 13: apple.com/de
3 von 15

Apple gilt als wertvollstes Unternehmen der Welt. In Deutschland muss es sich gemessen am Umsatz des eigenen Onlineshops (344,5 Millionen Euro) aber mit Platz 13 begnügen.

Platz 12: baur.de
4 von 15

Der zur Otto Group gehörende Onlineshop baur.de setzte 2016 352 Millionen Euro um. Kerngeschäft sind Mode, Einrichtungsartikel und Lifestyle.

Platz 11: hm.com/de
5 von 15

Das schwedische Modeunternehmen H&M belegt mit seinem Webshop im Ranking Platz 11. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 372,9 Millionen Euro umgesetzt.

Platz 10: alternate.de
6 von 15

Alternate vertreibt in seinem Onlineshop beispielsweise PC-Zubehör, Software und Fernseher. 2016 hat Alternate damit 432,3 Millionen Euro Umsatz gemacht.

Platz 9: tchibo.de
7 von 15

Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo verkauft seine Artikel auch im Internet erfolgreich. Mit 450 Millionen Euro Umsatz landet Tchibo auf dem neunten Platz. Der Umsatz blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Veranstaltungskarten - Amazon scheitert mit Angriff auf Ticket-Händler

0 Kommentare zu "Veranstaltungskarten: Amazon scheitert mit Angriff auf Ticket-Händler"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%