Verbände: Zersplitterung der Produktschauen in kleinere Teilausstellungen nicht im Interesse von Ausstellern und Kunden
Messen bauen trotz Überkapazitäten

Am Dienstag zelebrierte die Stuttgarter Messegesellschaft den ersten Spatenstich für ein neues Messegelände am Stuttgarter Flughafen. Für 806 Mill. Euro soll dort bis Ende 2006 ein Ausstellungsareal mit rund 100 000 Quadratmetern Fläche entstehen, doppelt so groß wie das alte auf dem Stuttgarter Killesberg.

FRANKFURT. Am kommenden Freitag hat auch die Kölner Messe Anlass zum Feiern: Sie legt den Grundstein zu den „Nordhallen“, einem Komplex aus vier neuen Messehallen mit gut 80 000 Quadratmetern Gesamtfläche. Der Unterschied zu Stuttgart: Die Nordhallen ersetzen die alten Rheinhallen, die künftig von der RTL-Gruppe genutzt werden.

Das Kölner Vorgehen passt nach Meinung der meisten Branchenbeobachter besser in die deutsche Messelandschaft als die Stuttgarter Expansion oder der 2003 in Betrieb gegangene Messeneubau in Karlsruhe mit 52 000 Quadratmetern. Denn seit dem Höhepunkt 2001 zeigen die Kurven der Branche bergab. Nach der Statistik ihres Verbands Auma ging die Zahl der Aussteller bis 2003 von fast 168 000 auf 160 000, die Zahl der Besucher von 10,7 auf 9,5 Millionen und die vermietete Fläche von 7,1 auf 6,1 Millionen zurück.

Die Folge: „Wir haben hier sichtbare Überkapazitäten“, stellt Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des Maschinenbauverbands VDMA nüchtern fest. Aber: „Unsere Mitglieder werden kaum noch auf neue Messen gehen“, – keine gute Nachricht für die Messen, die sich immer weiter aufspalten. Auch Reinhard Hüppe, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Automation warnt vor der „Zersplitterung in immer neue Teil-Fachmessen“: „Diese Splittermessen verunsichern die Auslandskunden. Die wollen wirkliche Leitmessen sehen. Gehen die kaputt, beraubt sich die deutsche Messewirtschaft ihrer eigentlichen Stärke und ihrer internationalen Bedeutung.“

Gerade im Bereich des Maschinenbaus gab es in diesem Jahr eindrucksvolle Beispiele der Abspaltung. So verließ die Automationstechnik die Hannover-Messe, um sich mit der eigenen „Automatica“ in München eine neue Heimat zu suchen. Und die Düsseldorfer Metallbearbeiter-Messe „Metav“ erhielt Konkurrenz von der „Metav Süd“ in München. Allerdings gelang es Hannover, mit der Prozessautomatisierungs-Messe „Interkama“, zuvor in Düsseldorf, die Automatisierungslücke wieder halbwegs zu stopfen.

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