Verband äußert Zweifel an dem Konjunkturaufschwung
Einzelhandel erwartet leichte Belebung

Nach einem Umsatzeinbruch im Weihnachtsgeschäft blickt der Einzelhandel in Deutschland mit leichter Zuversicht ins laufende Jahr.

HB DÜSSELDORF. „Objektiv betrachtet könnte es nach drei Jahren sinkender Umsätze jetzt wieder ein klein wenig aufwärts gehen“, sagte der Präsident des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hermann Franzen, am Montag in Düsseldorf. „Ich gehe davon aus, dass sich das Stimmungstief der Verbraucher etwas aufhellt und dass sich im Verlauf des Jahres auch der Einzelhandel etwas belebt.“ Ein nominales Plus von gut einem halben Prozent scheine durchaus erreichbar. Da jedoch ein Anstieg der Einzelhandelspreise um ein halbes Prozent zu erwarten sei, würden die Umsätze real stagnieren. Bislang ging der Einzelhandelsverband für das laufende Jahr von einem nominalen Umsatzwachstum von einem halben bis ein Prozent aus.

Der HDE äußerte zudem erste Zweifel an dem von vielen Volkswirten für das laufende Jahr vorhergesagtem Konjunkturaufschwung. Zwar zeigten einige Indikatoren nach oben, doch würde langsam bezweifelt, ob der erwartete Aufschwung auch die vermutete Kraft entfalte, sagte Franzen. 2005 könnten die Umsätze dann nominal um ein Prozent zulegen. Doch auch hier wäre real nicht viel gewonnen: die Preissteigerung werde bei 0,8 Prozent erwartet. 2003 habe der klassische Einzelhandel real ein Prozent an Umsatz eingebüßt, hieß es.

Politische Kontroversen und die Reformen hätten die Verbraucher zutiefst verunsichert und dem Einzelhandel ein völlig unbefriedigendes Weihnachtsgeschäft beschert, sagte Franzen. „In den Monaten November und Dezember wurden nur noch 6,2 Mrd. Euro mehr ausgegeben als im Durchschnitt der ersten zehn Monate des Jahres.“ Damit sei das Weihnachtsgeschäft um ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft. Zu den zunehmenden Rabattaktionen sagte Franzen: „Rabatte sind wie Medizin: Vorsichtig dosiert entfalten sie für Handel und Verbraucher eine heilbringende Wirkung, aber eine Überdosis ist tödlich.“

Im Einzelhandel seien im vergangenen Jahr knapp 50 000 Stellen gestrichen worden, hieß es. „Der größte Teil des Personalabbaus fand im ersten Halbjahr statt, als Nachwirkung auf das katastrophale Geschäftsjahr 2002“, hieß es. Für das laufende Jahr rechnet der Verband kaum mit einer Verbesserung der Beschäftigungschancen. Nach einer aktuellen Umfrage unter Einzelhandelsunternehmen planen ein Drittel im ersten Halbjahr 2004 die Zahl der Mitarbeiter nochmals zu verringern. Nur fünf Prozent der befragten Firmen wollten ihr Personal dagegen aufstocken.

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