Verband der Elektrizitätswirtschaft prognostiziert für dieses Jahr acht Prozent Plus
Stromkonzerne investieren Milliarden in Infrastruktur

Deutschlands Strombranche startet ein milliardenschweres Investitionsprogramm, um Kraftwerke und Netze zu modernisieren. „Im Jahr 2005 werden die Investitionen der Stromwirtschaft erstmals wieder die Vier-Milliarden-Grenze überschreiten“, sagte der Präsident des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Werner Brinker, am Dienstag. Nach Verbandsschätzungen wird die Branche 4,2 Mrd. Euro investieren – acht Prozent mehr als im Vorjahr.

juf DÜSSELDORF. „Es beginnt eine Investitionswelle, die einen Modernisierungsschub für Kraftwerke und Netze auslösen wird“, so Brinker. Er bekräftigte frühere Prognosen des Verbands, nach denen die Stromunternehmen bis 2020 rund 80 Mrd. Euro in Kraftwerke und Netze investieren werden. In diesem Zeitraum müsse die Branche rund 40 000 Megawatt durch neue Kraftwerke ersetzen. Dies entspreche rund einem Drittel der derzeitigen Kapazitäten und erfordere Investitionen von rund 40 Mrd. Euro. Derselbe Betrag werde in den Netz-Ausbau fließen.

Die Prognose des Verbandes deckt sich mit Aussagen der großen Versorger. Die Branche muss zum einen neue Leitungen verlegen, um beispielsweise neue Windparks vor der Küste anzubinden. Zum anderen muss sie neue Kraftwerke bauen, um alte Kohleanlagen zu ersetzen und den politisch gewollten Atomausstieg zu kompensieren. Entgegen den Hoffnungen der Branche wird auch die neue Bundesregierung am Ausstiegsbeschluss in der vereinbarten Form festhalten. Bis 2012 planten die Versorger bereits Kraftwerke mit einer Leistung von 15 000 Megawatt, so Brinker. Hinzu kämen Projekte von Ökostrom-Erzeugern und Industriekonzernen.

Die vier großen Versorger haben erste Projekte identifiziert. RWE will ein Braunkohle-, ein Steinkohle- und ein Gaskraftwerk bauen. Eon plant je ein Gas- und Steinkohlekraftwerk, Vattenfall Europe eine Braun- und eine Steinkohleanlage und Energie Baden-Württemberg (EnBW) zwei Kraftwerke, deren Brennstoff noch offen ist.

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