Verband Mobifair
"Lohndumping gefährdet Bahn-Sicherheit"

Schwere Vorwürfe erhebt der Verband Mobifair gegen Dienstleister, die für die Deutsche Bahn arbeiten: Mitarbeitern an Bahn-Baustellen würden Dumpinglöhne bezahlt. Mangelhafte Sozialstandards würden gar die Sicherheit des Bahnverkehrs gefährden.

HB FRANKFURT. Der Verband, der sich für faire Arbeitsbedingungen im Verkehr einsetzt, beklagte in Frankfurt/ Main "Ausbeutung, Lohn- und Sozialdumping" bei Firmen, die Sicherungsposten bei Gleisarbeiten stellen. Um Abhilfe zu schaffen, forderte er die Aufnahme der Branche in den Mindestlohn-Katalog.

Konkret geht es darum, dass viele Firmen laut Mobifair ihre Beschäftigten zwingen, "zwei oder mehrere Einsatzbücher zur Verschleierung der wahren Einsatzzeiten zu führen". Dadurch ergeben sich Dienstzeiten für die Sicherungsposten, die mit gängigen Arbeitsschutzrichtlinien unvereinbar sind.

"Die Sicherheit auf den Baustellen (wird) aufs Spiel gesetzt. Alles nur, weil unseriöse Unternehmen mit Billigstangeboten die Aufträge ergattern", klagte der Verband. Damit würden seriöse Unternehmen die sich an Tariflöhne und Sozialstandards halten, vom Markt gedrängt. Deshalb forderte der Verband gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherungsunternehmen (BDWS) und der Gewerkschaft Verdi, dass der Tarifvertrag des BDWS für allgemeinverbindlich erklärt wird.

Mobifair-Vorsitzender Karl-Heinz Zimmermann forderte den Bahn-Arbeitgeberverband MoVe (Mobilitäts- und Verkehrsdienstleister) auf, "seriös zu arbeiten, zutreffende Zahlen zu nennen und nicht weiter durch sein Verhalten Lohn- und Sozialdumping Vorschub zu leisten". Den Angaben des Vereins zufolge sind rund 6 000 Menschen als Sicherungsposten in Deutschland tätig, davon fallen unter den Tarifvertrag 3 700. Die von MoVe angegebene Zahl von 15 736 Personen beinhalte auch Gabelstaplerfahrer, Baggerführer, Bauaufsichten und ähnliche, also nicht nur Sicherungsposten.

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