Verband rechnet mit drei Prozent Wachstum
Beraterbranche kommt aus der Talsohle heraus

Die Beraterbranche in Deutschland gewinnt wieder an Fahrt. Wie Rémi Redley, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU), Ende vergangener Woche bei der Jahrestagung des Verbandes in Bad Honnef sagte, rechnet die Branche in diesem Jahr mit einem Wachstum von drei und mehr Prozent. Damit würde die Branche das zweite Jahr in Folge zulegen, nachdem sie in den Jahren nach 2000 zum Teil empfindliche Umsatzeinbußen zu verzeichnen hatte.

tel BAD HONNEF. 2004 war der Markt laut einer Branchenumfrage des Verbandes um ein Prozent auf 12,34 Mrd. Euro gewachsen. „Zwei Drittel der deutschen Unternehmen lassen sich von Beratern bei verschiedensten Fragestellungen helfen“, sagte Redley. Allerdings verlaufe die Entwicklung im Markt uneinheitlich: Während mittelgroße Unternehmen zum Teil zweistellig wachsen, legen viele große Anbieter nur leicht zu.

Die Beratungshäuser haben sich nach der Rezession „neu aufgestellt“, konstatierte Redley. Gerade die mittleren und kleineren Unternehmen hätten sich stärker inhaltlich oder branchenspezifisch spezialisiert. Zu den Branchen, in denen verstärkt Beratungsleistung nachgefragt wird, gehören das Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Bereich Transport, Logistik und Touristik. Das verarbeitende Gewerbe als größte Kundengruppe hat weiter an Bedeutung gewonnen. Knapp 32 Prozent aller Beratungsleistungen entfallen auf diesen Bereich, zu dem Gerätebau, Fahrzeugbau aber auch Chemie/Pharma und Konsumgüter gehören.

Nach einer Studie des Beratungsunternehmens Lünendonk, dass 32 Großunternehmen in Deutschland nach ihrem Bedarf fragte, steht das Thema „Professionalisierung des Einkaufsprozesses“, derzeit bei vielen Unternehmen ganz oben auf der Liste. Dies schlage sich unter anderem im Aufbau von Datenbanken und Kriterienkatalogen nieder. Die Einkaufsabteilungen seien zunehmend in den Auswahlprozess der Berater involviert, weswegen sich Management-Berater in Zukunft auf eine neue Kategorie von Ansprechpartnern einstellen müsse, lautet ein Fazit aus der Untersuchung.

Nachdem die Diskussion um die Vergabe öffentlicher Aufträge im vergangenen Jahr dem Beratungsgeschäft in diesem Sektor einen Dämpfer verpasst hatte, sieht der BDU wachsende Betätigungsfelder der Berater rund um Public-Private-Partnership-Projekte. Die staatliche Aufgabenwahrnehmung von öffentlichen Institutionen und Privaten gewinnt angesichts der Haushaltslage der öffentlichen Hand an Bedeutung, wie Michael Halstenberg, Ministerialdirektor im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen erläuterte. Aktuell gibt es rund 200 PPP–Projekte in Deutschland.

Was die Entwicklung der nächsten Jahre anbelangt, so ist der Beraterverband optimistisch gestimmt: Wachstumsgrößen von fünf bis sechs Prozent seien möglich, „wenn weltwirtschaftliche Entwicklungen nicht einen Strich durch die Rechnung machen“, sagte Redley.

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