Verbandspräsident Klaus Laepple erwartet fünfprozentige Umsatzsteigerung
Reisebranche rechnet mit Wachstum in 2006

Die deutsche Reisebranche sieht trotz der anhaltend flauen Konjunktur einen stabilen Aufwärtstrend.

HB BERLIN. „Ich gehe davon aus, dass wir auch 2006 eine Umsatzsteigerung von fünf Prozent schaffen“, sagte Klaus Laepple, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), der Nachrichtenagentur dpa. Ende nächsten Jahres könnte damit nach langer Aufholjagd seit den Anschlägen vom 11. September wieder das Niveau von 2001 erreicht werden. Im Reisejahr 2005 (31. Oktober) stieg der Umsatz bereits um fünf Prozent auf 31 Milliarden Euro. Der BTW lädt an diesem Montag zu einem „Tourismusgipfel“ mit wichtigen Branchenvertretern in Berlin.

Die Buchungen für 2006 liefen derzeit gut an. Besonders gefragt seien dabei bereits Reisen in den Herbstmonaten, sagte Laepple. „Die Herbstferien sind mittlerweile die mit Abstand beliebteste Reisezeit der Deutschen“. Gerade in Ferienregionen am Mittelmeer lockten angenehme, nicht zu heiße Temperaturen.

Viele Touristikunternehmen steuerten im nächsten Jahr zudem auf lukrativere Geschäfte zu. „Die Ertragssituation der Firmen wird sich erkennbar verbessern“, sagte Laepple. Die angesichts der Reisekrise eingeleiteten Kostensenkungen der vergangenen Jahre, zu denen auch Stellenabbau gehörte, würden nun Früchte tragen. Anzeichen gebe es auch für eine erste Belebung auf dem Arbeitsmarkt.

Fußball-WM-Gäste bringen Umsatzplus

Von der Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr erhoffe sich das Reiseland Deutschland mindestens fünf Millionen zusätzliche Übernachtungen ausländischer Gäste. „Die Zahl kann auch noch größer werden, je nachdem welche Länder im Turnier weiterkommen“, sagte der Verbandspräsident. Sorgen mancher Reiseveranstalter vor größeren Einbußen teile er nicht. Zwar dürften einige deutsche Kunden zu Hause bleiben, um die Spiele vor dem Fernseher zu verfolgen. „Es gibt aber auch eine ganze Reihe Leute, die gerade während dieser Zeit in Urlaub fahren wollen.“

Das Reiseziel China - eines der Themen beim „Tourismusgipfel“ - verzeichne eine ungebrochene Nachfrage. Im Angebot seien bisher vor allem Rundreisen. Um in einigen Jahren auch zum Ziel für klassischen Badeurlaub zu werden, müssten Hotels auf vorgelagerten Inseln aber erst ausgebaut werden. „Wenn es soweit ist, könnten endlich auch Kombinationen aus Städtereise, Rundreise und Baden angeboten werden.“ Deutsche Touristikunternehmen müssten in China deutlich stärker ins Geschäft kommen. „Wir haben aber noch nicht die Liberalisierung, dass sie dort offensiv Reisen nach Deutschland und Europa anbieten können“, kritisierte Laepple. Möglich seien vorerst Joint-Ventures mit chinesischen Mehrheitspartnern.

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