Verbandstagung
Einzelhandel bleibt skeptisch

Man kann es auch positiv sehen: Der deutsche Einzelhandel muss trotz der Wirtschaftskrise seine Prognose nicht nach unten revidieren. Nach oben geht es trotz der überraschend hohen Konsumfreude der Deutschen aber auch nicht. Ab 2010 soll es besser werden.

HB DÜSSELDORF. Der deutsche Einzelhandel ist nach Einschätzung seines Verbandes bislang besser durch die Wirtschaftskrise gekommen als erwartet. Begünstigt vor allem durch stabile Preise verfügten die Verbraucher weiterhin über Konsumspielräume, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Stefan Genth, am Mittwoch. Die Zeichen stünden auf Erholung. Dennoch rechnen die meisten Betriebe laut der Herbst- Konjunkturumfrage des Verbandes erst 2010 mit dem Erreichen des Tiefpunktes.

Da der Einzelhandel ein Nachzügler im Konjunkturzyklus sei, werde die Lage voraussichtlich länger schwierig bleiben, betonte Genth. Das größte Fragezeichen für die Geschäfte der Branche im kommenden Jahr setzt der Verbandschef hinter der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen. Im laufenden Jahr rechnet der HDE bei den Erlösen weiter mit einem Minus von nominal zwei Prozent. Von Januar bis Ende Juli hatten die Verbraucher insgesamt 3,8 Mrd. Euro oder 1,7 Prozent weniger ausgeben als im Vorjahreszeitraum.

Die Auswirkungen der Abwrackprämie für Altautos hätten sich auch an den Kassen des Einzelhandels negativ bemerkbar gemacht, sagte Genth. Vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen hätten sich wegen der Förderung zum Kauf eines Kleinwagens entschieden. Um diesen zu finanzieren, seien andere Anschaffungen zurückgestellt worden.

Gestützt wird die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in diesem Jahr durch den Online-Handel. Der Verkauf über das Internet bleibe eine wichtige Umsatzstütze, gut die Hälfte der Betriebe erwarte der Umfrage zufolge steigende Umsätze. Vergleichsweise gut verliefen im stationären Handel im ersten Halbjahr 2009 die Sparten Schuhe, Mode, Kosmetik sowie Möbel und Körperpflegemittel. Bei Bau- und Heimwerksartikeln gab es dagegen häufiger Umsatzrückgänge.

Für das anstehende Weihnachtsgeschäft zeigt sich der HDE zuversichtlich. „Die Kunden werden uns bestimmt nicht hängen lassen“, sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Sie müssten von der neuen Bundesregierung nur die richtigen Signale bekommen. Im vergangenen Jahr hatten sinkende Energiepreise das Geschäft am Jahresende kräftig angekurbelt.

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