Verbleibende Aktionäre sollen auf unter 25 Prozent zurückgeführt werden
Duales System öffnet sich Kapitalmarkt

Das Duale System Deutschland (DSD) gibt seine monopolartige Stellung auf und wird sich dem Kapitalmarkt öffnen. Großunternehmen des Handels und der Industrie sollen aus dem Kreis der Aktionäre ausscheiden, wie das DSD am Dienstag in Köln mitteilte.

HB KÖLN. Das Abfallunternehmen Duales System Deutschland AG (DSD) will den Forderungen des Bundeskartellamtes nachkommen und sich dem Kapitalmarkt öffnen. „Das Duale System wird künftig keine kartellartige Struktur mehr haben, sondern in einen freien Wettbewerb um Preis, Qualität und Zuverlässigkeit bei der Verpackungsverwertung eintreten“, sagte Aufsichtsratschef Erich Greipel am Dienstag in Köln. Großunternehmen sollen aus dem Aktionärskreis ausscheiden und deren Anteile sollen über die Börse oder am Kapitalmarkt verkauft werden. Noch in diesem Jahr solle eine außerordentliche Hauptversammlung die neue Struktur und das vorgesehene Konzept genehmigen, sagte Vorstandschef Hans-Peter Repnik.

Das Bundeskartellamt kündigte an, das anhängige Untersagungsverfahren einzustellen, wenn die Hauptversammlung „unumkehrlich“ die geplanten Strukturänderungen genehmigt. Den ausscheidenden Unternehmen werde das DSD ein angemessenes Übernahmeangebot vorlegen, sagte Vorstandschef Hans-Peter Repnik. Ziel sei es, den Anteil bisheriger Aktionäre am Stammkapital auf unter 25 Prozent zu senken. Bis zur Herstellung von Streubesitz der Aktien durch einen Börsengang oder eine vergleichbare Platzierung am Kapitalmarkt solle ein „neutraler Investor“ die Anteile halten.

Die in der Aufbauphase des DSD gegebenen Darlehen sollen so rasch wie möglich gekündigt und zurück gezahlt werden, so Repnik weiter. Dabei handele es sich um über 100 Millionen Euro. Alle Maßnahmen sollen innerhalb der kommenden drei Jahre umgesetzt werden, sagte Repnik.

Das Duale System war 1990 als Selbsthilfeeinrichtung von Handel und Industrie gegründet worden. Dadurch hatte das Unternehmen über lange Zeit ein natürliches Monopol, das politisch so gewollt war, aber zunehmend in die Kritik der Kartellbehörde geriet.

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