Verbraucher
Verbandsklage gegen Saturn und Media Markt

Die zur Metro-Gruppe gehörenden Billig-Anbieter Saturn und Media Markt müssen sich vor dem Berliner Landgericht wegen angeblich mangelhafter Stromverbrauchs-Kennzeichnung von Haushaltsgeräten verantworten.

dpa BERLIN. Die zur Metro-Gruppe gehörenden Billig-Anbieter Saturn und Media Markt müssen sich vor dem Berliner Landgericht wegen angeblich mangelhafter Stromverbrauchs-Kennzeichnung von Haushaltsgeräten verantworten.

Der Umweltverband Deutsche Umwelthilfe (DUH) erläuterte am Montag seine bereits eingereichte Musterklage gegen je eine Berliner Filiale der beiden bundesweit operierenden Ketten und sprach von „Verbrauchertäuschung“ sowie Folgen der „Geiz-ist-geil“-Werbung. Er löste damit eine heftige Kontroverse mit der Unternehmensgruppe aus. DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch kritisierte Länder und Ordnungsämter, dass sie teilweise bewusst falsche Energieverbrauchs-Auszeichnungen nicht mehr richtig verfolgten.

Beide Berliner Geschäfte hätten sich wie andere überprüfte Filialen von Saturn und Media Markt in anderen Teilen Deutschlands bei Testbesuchen geweigert, die Verordnung über die Energie-Kennzeichnung einzuhalten, berichtete Resch. Nach einer Abmahnung im November hätten sie jede Unterlassungserklärung abgelehnt.

Laut Verordnung müssten zum Verkauf ausgestellte Haushaltsgeräte an der Vorder- oder Oberseite die bekannten farbigen Etiketten zur Kennzeichnung der Energieeffizienzklassen von A bis G und des Energieverbrauchs „deutlich sichtbar und nicht verdeckt“ tragen. Bei den Testbesuchen sei aber festgestellt worden, dass solche Angaben entweder ganz fehlten oder nur verdeckt auf der Rückseite der Preisschilder befestigt waren.

Die mit Werbeslogans wie „Ich bin doch nicht blöd“ inszenierte Dauer-Schnäppchenjagd in Elektromärkten gefährde einerseits Umwelt und Klima, führe aber wegen unnötig hohen Stromverbrauchs von Billiggeräten nicht zur Entlastung der Kundengeldbeutel, sagte Resch. „Geiz macht krank, ruiniert unser Klima und kostet auf Dauer richtig Geld. (...) Wer auf < Geiz ist geil > hereinfällt, ist eben leider doch blöd > . Er wird von Metro und Co. für blöd verkauft.“ Solches Denken bei sinkenden Einkommen der Konsumenten ermögliche auch „verdorbenes Ekelfleisch in der Kühltheke“. Die Rechts-Leiterin der Umwelthilfe, Cornelia Ziehm, berichtete: „Den Kunden wurden häufig Strom fressende Geräte als besonders billig verkauft, die ihnen dann beim Gebrauch teuer zu stehen kommen.“

Die Media-Saturn-Holding Gmbh (Ingolstadt) hielt der Umwelthilfe „Image- und Rufschädigung“ vor. Auf Preisschildern der Geräte sei darauf hingewiesen worden, dass die Energieverbrauchsangaben auf der Rückseite angebracht seien. Mit einem Nettoumsatz von 12,2 Mrd. Euro und 32 932 Mitarbeitern im vergangenen Jahr bildeten Media Markt und Saturn Deutschlands und Europas größten Elektronik-Einzelhandel.

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