Verbraucherportal
Verivox steigt ins Finanzgeschäft ein

Die Vergleichsplattform hat unter anderem wegen der Teldafax-Pleite Umsatz im Energiegeschäft verloren. Doch mit neuen Finanz-Tarifrechnern will Verivox wieder groß einsteigen. Und das Portal soll transparenter werden.
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DüsseldorfDeutschlands größtes Verbraucherportal für den Wechsel des Strom- und Gasanbieters, Verivox, steigt in den Finanzmarkt ein: "Wir bieten ab sofort auch den Vergleich und die Vermittlung von Finanzprodukten", sagte Vorstandschef Chris Öhlund im Gespräch mit dem Handelsblatt: "Wir starten mit Tages- und Termingeld und Kfz-Versicherungen, prüfen aber auch die Aufnahme von weiteren Produkten."

Der Kunde kann künftig im Tarifrechner auf der Verivox-Internetseite die Summe angeben, die er anlegen will, und bekommt dann die besten Angebote. Zu Beginn hat das Portal 220 Angebote von 87 national tätigen Banken gelistet. Im Oktober sollen noch regionale Angebote dazukommen. Gleichzeitig nimmt Verivox ab sofort 50 Auto-Versicherungen mit über 180 Kfz-Tarifen ins Programm.

Mit dem neuen Angebot tritt Öhlund die Flucht nach vorne an. Schließlich muss er deutliche Einbußen im Kerngeschäft Energie wettmachen. 2011 war der Umsatz um 22 Prozent auf 42 Millionen Euro gesunken und der Überschuss um 52 Prozent auf 7,8 Millionen Euro.

Neben der Energie bietet Verivox auch Tarifvergleiche für Handy, Festnetz und Internet an. Bekannt war das Portal aber vor allem für seine Energiepreise. So ist Verivox bis 2011 genauso stetig gewachsen, wie der Wettbewerb auf dem Strom- und Gasmarkt an Schwung gewonnen hatte. Wer seinen Strom- oder Gasanbieter wechseln wollte, informierte sich am häufigsten auf der Internetseite des Heidelberger Unternehmens über die Tarife und schloss in vielen Fällen auch direkt über das Portal seinen neuen Vertrag ab. Über zwei Millionen Kunden besuchen im Schnitt pro Monat die Seite.

Verivox galt als Katalysator des Energiemarkts und verdiente selbst an Werbung und Vermittlungsprovisionen bestens. Im Boomjahr 2010 war der Umsatz um 66 Prozent auf 54 Millionen Euro und der Überschuss um 124 Prozent auf 16,4 Millionen Euro geklettert.

Doch 2011 brach die Entwicklung jäh ab. "Nach dem Boomjahr 2010 hat der Markt 2011 eine Verschnaufpause eingelegt, die Kunden haben ihren Strom- und Gasanbieter wesentlich seltener gewechselt", erklärte Öhlund.

Zum einen gab es in dem Jahr vergleichsweise wenige Strompreiserhöhungen, wodurch viele Kunden keinen Anlass zum Wechseln hatten. Zum anderen verschreckte die Pleite des größten unabhängigen Energieanbieters, Teldafax, die Strom- und Gaskunden nachhaltig.

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Geschäftsmodell in der Kritik

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