Verbraucherschutz
Tester finden mehr gefährliche Produkte in Europa

Die Bilanz wird zunehmend erschreckender: Im Vergleich zum Vorjahr registrierte die EU ein Viertel mehr gefährliche Produkte im Handel. Mehr als jeder zweite Risikoartikel ist ein Kleidungsstück oder ein Spielzeug.
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BrüsselVerbraucherschützer ziehen in Europa immer öfter gefährliche Produkte aus dem Verkehr. Die Kontrolleure meldeten im vergangenen Jahr 2278 riskante Waren, die die Gesundheit gefährden - das waren 26 Prozent mehr als 2011, wie die EU-Kommission am Donnerstag in ihrem „Rapex“-Bericht mitteilte. Damit erreichte die Anzahl entdeckter Risikoprodukte in etwa den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2010. Ein Drittel der beanstandeten Produkte waren Kleidungsstücke wie T-Shirts mit giftigen Chemikalien. Auf Platz zwei landeten gefährliche Spielzeuge, gefolgt von riskanten Elektrogeräten.

Von jedem vierten der über 2200 gelisteten Artikel ging laut Kommission eine Verletzungsgefahr (25 Prozent) aus. An einem weiteren Viertel drohten Verbraucher entweder zu ersticken oder davon stranguliert zu werden (26 Prozent), was vor allem Kinder betrifft. Eine weitere Gefahrenquelle sind demnach giftige Chemikalien (18 Prozent) sowie Elektrogeräte, die Stromschläge versetzen könnten (13 Prozent). Insgesamt wurden im Rapex-System 85 Prozent der gelisteten Güter als „ernsthaft gesundheitsgefährdend“ eingestuft.

Verbraucherkommissar Tonio Borg führt die deutliche Zunahme gelisteter Produkte weniger auf die Anzahl gefährlicher Güter denn auf die stärkere Überwachung durch die einzelnen Länderbehörden zurück. „Die Ergebnisse für das Jahr 2012 zeugen von einer erhöhten Wachsamkeit, aber wir müssen weiter nach Verbesserungen streben“, erklärte Borg. Als Beispiel für den Fortschritt bei dem Verbraucherwarnsystem nannte die Kommission, dass immer mehr nationale Zollbehörden aktiv teilnehmen und gefährliche Produkte schon bei der Einfuhr in ein EU-Land melden. Über die Datenbank Rapex warnen sich die EU-Staaten gegenseitig vor gesundheitsgefährdenden Produkten. „Die Produkte, die in die Hände der europäischen Verbraucher kommen, sind sicher“, sagte Borg weiter.

Mehr als jeder zweite Risikoartikel (58 Prozent) stammt der Kommission zufolge aus China oder Hongkong. Der Anteil der chinesischen Güter auf der Rapex-Liste ist seit Jahren konstant hoch, was vor allem daran liegt, dass ein Großteil der in Europa importierten Artikel aus chinesischen Fabriken stammt. Doch auch vor Ort werden risikobehaftete Artikel produziert: 330 in Europa hergestellte Artikel finden sich auf der Rapex-Liste, darunter 60 aus Deutschland. Nach Herstellungsländern aufgelistet steht die Bundesrepublik damit auf Platz eins in Europa.

Rapex umfasst Konsumgüter mit Ausnahme von Lebensmitteln und Medikamenten.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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