Verbraucherstudie
Aldi hängt alle ab

Deutschlands bester Lebensmittelhändler heißt: Aldi. Der Discount-Marktführer erhält von deutschen Konsumenten insgesamt die besten Noten. Für Rewe, Lidl und Co. bleibt die Erkenntnis: Der Branchenprimus ist längst nicht überall spitze.

DÜSSELDORF. Deutschlands bester Lebensmittelhändler heißt Aldi. Das ist das Ergebnis einer breit angelegten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, des Marktforschungsinstituts TNS-Infratest und des Handelsblatts. Platz zwei belegt danach der Edeka-Konzern, gefolgt von der Verbrauchermarktkette Kaufland. Auf Rang vier schickten die 1 000 befragten Verbraucher, die über ein Jahr lang insgesamt zwölf verschiedene Warengruppen benoteten, den Supermarktbetreiber Rewe.

"Nicht nur das Preisniveau von Aldi halten die Kunden für extrem günstig, auch die Qualität der meisten Sortimente wird von ihnen als überdurchschnittlich hoch eingeschätzt", begründet Eckhard Gabersek, Forschungsleiter bei TNS-Infratest, die Spitzenstellung des Discount-Marktführers. KPMG-Handelsexperte Johannes Siemes resümiert: "Trotz des Erstarkens der Supermärkte hat Aldi seinen Wettbewerbsvorteil nie abgegeben."

Weit abgeschlagen auf Rang fünf landete dagegen überraschend der direkte Verfolger Lidl. Einige der Gründe für das schwache Abschneiden: Das Neckarsulmer Unternehmen hinkt, was die Preiswahrnehmung betrifft, dem Marktführer bei den Sortimenten Tiefkühlkost, Süßwaren, Molkerei- sowie Fertigprodukten hinterher. Gleichzeitig werten viele Kunden Aldis Produktqualität - etwa bei Fertigprodukten und Süßwaren - höher als die bei Lidl.

Gemeinsam mit dem Handelsblatt hatten die Marktforscher in den vergangenen Monaten für jede Warengruppe jeweils zehn Kriterien untersuchen lassen. Sie befragten die Kunden nach ihrer Meinung etwa zur Auswahl, zur Einkaufsatmosphäre, zur Händlerkompetenz oder zum Preis-Leistungs-Verhältnis des jeweiligen Sortiments. Die Antworten wurden zusätzlich - wegen der unterschiedlichen Marktbedeutung der einzelnen Sortimente - gewichtet. Dabei zählten die Experten, um fundierte Aussagen zu erhalten, allein die Stimmen der jeweiligen Stammkunden. Zudem galt bei der Auswertung: Handelsunternehmen, die nicht mindestens sechs Prozent der deutschen Verbraucher in der jeweiligen Warengruppe als Stammkunden vorweisen konnten, blieben in dieser Kategorie ohne Punkte.

Die Ergebnisse des Sortimentsmonitors unterscheiden sich daher von denen des Deutschen Kundenmonitors: Diese seit 1992 jährlich veröffentlichte Studie der Servicebarometer AG ermittelt zwar ebenfalls die Zufriedenheit der Verbraucher mit ihren Einzelhändlern, die Marktbedeutung als Kriterium für den Erfolg spielt dort aber keine Rolle.

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