Verbrauchsgüter Die CO2-Bilanz des Klopapiers

Den Ausstoß von Kohlendioxid können nicht nur Schwerindustrie und Energieversorger verringern – auch Dienstleister und Konsumgüterhersteller leisten ihren Beitrag. Forschungsprojekte sollen Unternehmen helfen, ihre Klimabilanz zu verbessern. Firmen versprechen sich zudem weitere Vorteile.
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Forscher ermitteln den Kohlendioxid-"Fußabdruck" einzelner Produkte. Etwa 2,5 Kilogramm CO2 verursachen zehn Rollen Klopapier entlang der Wertschöpfungskette. Quelle: dpa

Forscher ermitteln den Kohlendioxid-"Fußabdruck" einzelner Produkte. Etwa 2,5 Kilogramm CO2 verursachen zehn Rollen Klopapier entlang der Wertschöpfungskette.

(Foto: dpa)

BerlinWie groß ist der „CO2-Fußabdruck“ einer Rolle Toilettenpapier? Wie viel Kohlendioxid gelangt in die Atmosphäre, bis der Eilige seine Tagliatelle Wildlachs aus dem Kühlregal essen kann? Und wie sehr schaden Vieltelefonierer dem Klima? Solche und ähnliche Fragen versuchen das Freiburger Öko-Institut, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und die Umweltschutzorganisation WWF im Rahmen des Pilotprojekts „Product Carbon Footprint“ (PCF) zu beantworten.

Zusammen mit den Partnerunternehmen BASF, DM-Drogeriemarkt, Frosta, Henkel, Rewe, Tchibo, Tetra Pak, Deutsche Telekom und Tengelmann haben die Forscher mit Hilfe der internationalen Ökobilanzierungsnorm Iso 14040/44 analysiert, welche Menge CO2 bei einzelnen Produkten entlang der Wertschöpfungskette von Beschaffung, Verarbeitung und Transport bis zur Nutzung und Entsorgung entsteht.

Zehn Rollen Toilettenpapier etwa schlagen mit 2,5 Kilogramm zu Buche, wobei 84 Prozent der Emissionen allein bei der Produktion entstehen. Das Fertiggericht steht für 1,4 bis 3,9 Kilogramm, und Telefonierer, die ein Jahr lang das „Call-&-Surf-Comfort“-Paket der Telekom nutzen, sind für knapp 90 Kilo Kohlendioxid verantwortlich.

Mit der Teilnahme an dem Projekt tun die Unternehmen nicht nur etwas für ihr grünes Gewissen. Sie erfahren auch, wie sie etwas für den Klimaschutz tun und zugleich die Betriebskosten senken können. In der Produktion des Tiefkühlkost-Herstellers Frosta ließe sich etwa das Kältemanagement noch verbessern.

Wenn die Emissionen vorwiegend in der Nutzungsphase entstehen, wie bei Waschmitteln, können die Hersteller ihren Kunden Spartipps geben. Und wenn sich Henkel bestätigen lassen kann, dass seine Fugendichtmassen für Fenster die Isolierung verbessern und damit zum Klimaschutz beitragen, dann ist das für das Unternehmen ein Verkaufsargument.

Firmen werben mit „Klimaneutralität“
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  • Mein Opa hatte noch ein Plumpsklo ohne Wasserspülung und nahm zum Abputzen die bildzeitung. Er war wohl insoweit seiner Zeit voraus.

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