Verdacht auf Insidergeschäfte
Staatsanwaltschaft durchsucht Escada-Vorstandsbüro

Wegen des Verdachts auf Insidergeschäfte ermittelt die Staatsanwaltschaft München gegen das Escada-Vorstandsmitglied Beate Rapp. Sie soll Aktien des Modekonzerns noch schnell verkauft haben bevor ein bestimmtes Ereignis den Kurs einbrechen ließ.

HB MÜNCHEN. Der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld bestätigte am Sonntag einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“. Demnach durchsuchte die Justiz am Donnerstag nach einer anonymen Anzeige bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht das Vorstandsbüro und die Privatwohnung Rapps. Sie ist bei Escada für Personal, Produktion, IT und Lizenzen zuständig.

Nach „Focus“-Informationen veräußerte Rapp im Mai 2006 Aktien des Damenmodekonzerns für mehr als 300 000 Euro. Nur zwei Tage nach dem letzten Verkauf brach der Kurs um 15 Prozent ein, weil ein Großaktionär ausgestiegen war. Rapp verteidigt den Verkauf mit privaten Gründen. Escada lehnte eine Stellungnahme ab.

Erst vor wenigen Wochen war das Unternehmen in den Schlagzeilen, nachdem Vorstandschef Frank Rheinboldt nach einem Machtkampf um die Neuausrichtung seinen Posten räumen musste. Wegen unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Strategie und Geschäftspolitik bei Escada hatte der Aufsichtsrat einen Wechsel an der Führungsspitze beschlossen. Sein Nachfolger wurde zum 1. Juni der Mode-Manager Jean- Marc Loubier, der bereits im Escada-Aufsichtsrat saß. Rheinboldt stand seit Monaten unter Druck, weil dem russischen Großaktionär Rustam Aksenenko das Reformtempo bei Escada nicht ausreichte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%