Verdacht auf Insiderhandel Hausdurchsuchung in der Metro-Zentrale

Ermittler der Staatsanwaltschaft haben am Freitag die Metro-Zentrale durchsucht. Laut einem Bericht richtet sich der Verdacht vor allem gegen Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann: Er soll Insidergeschäfte getätigt haben.
Update: 03.11.2017 - 14:27 Uhr Kommentieren
Metro: Razzia wegen des Verdachts auf Insiderhandel Quelle: Metro Group
Metro-Zentrale

Der Konzern hatte im März 2016 seine Aufspaltung angekündigt.

(Foto: Metro Group)

DüsseldorfPolizei und Staatsanwaltschaft haben am Freitag unter dem Verdacht des Insider-Handels Büros des Handelsriesen Metro durchsucht. Dies bestätigte das Unternehmen am Mittag. „Wir kooperieren mit den Ermittlungsbehörden in vollem Umfang“, erklärte ein Sprecher.

Den Anstoß für die Razzia hatte die Finanzaufsicht Bafin mit einer Anzeige gegeben. Die Behörde sei „wegen des Verdachts des Insiderhandels und der Marktmanipulation in Aktien der Metro AG“ aktiv geworden, erklärte eine Sprecherin. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf kündigte für den Montag eine Erklärung an.

Laut einem Bericht von „Spiegel Online“ geht die Staatsanwaltschaft einer Anzeige der Finanzaufsicht Bafin nach, die sich vor allem gegen Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann richtet. Dieser hatte kurz nach seiner Wahl im Februar 2016 Aktien im Wert von gut einer Million Euro gekauft, wie aus einer Pflichtmitteilung des Unternehmens hervorgeht. Neben Steinemann hat laut dem Bericht auch ein Vorstandsmitglied vor der Aufspaltungsmitteilung Aktien gekauft, auch er werde des Insiderhandels verdächtigt

Bei diesen Händlern kauft die Welt ein
Platz 92: Otto
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Die Otto Group ist auf Rang 92 der kleinste deutsche Händler in der Rangliste der 250 größten Handelsunternehmen. Im Jahr 2015 hatte der Konzern einen Einzelhandelsumsatz von 10,6 Milliarden Dollar erzielt. Die 250 Händler in der nun veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte kamen zusammen auf einen Umsatz von 4,3 Billionen Dollar.

Quelle: Deloitte Global Powers of Retailing 2017

Platz 22: Rewe
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Auf dem 22 Rang steht Rewe mit einem Einzelhandelsumsatz von 43,6 Milliarden Dollar. Die Supermarktkette besitzt Filialen in insgesamt elf Ländern.

Platz 18: Edeka
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Obwohl die Supermarktkette nur in Deutschland vertreten ist, schneidet das Unternehmen besser ab als Rivale Rewe. Edeka landet im aktuellen Ranking mit einem Einzelhandelsumsatz von 52,5 Milliarden Dollar auf dem 18 Platz.

Platz 13: Metro AG
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Der Handelskonzern hat Filialen in 31 Ländern und erzielte im Einzelhandel einen Umsatz von 68 Milliarden Dollar. Für die Top Ten reicht das aber nicht mehr. Das deutsche Unternehmen fiel von Rang acht auf Rang 13 zurück. Schuld daran waren der Verkauf von Kaufhof und der Rückzug aus dem Großhandelsgeschäft in mehreren Ländern.

Platz 10: Amazon
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Obwohl die US-amerikanische Firma eigentlich ein Internetunternehmen ohne Verkaufsläden ist, schafft sie es in die Top Ten. Amazon ist mit einem Umsatz von 79,3 Milliarden Dollar die Nummer zehn der größten Einzelhändler der Welt.

Platz 9: Tesco
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Englands größte Supermarktkette ist der größte Verlierer in den Top Ten. Mit einem Einzelhandelsumsatz von 81 Milliarden Dollar landet sie gerade noch auf Platz 9. Im Jahr 2015 ist der Umsatz um fast 13 Prozent abgestürzt. Das Unternehmen ist in insgesamt zehn Ländern vertreten.

Platz 8: Aldi
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Nur wenn man ihren Umsatz zusammenzählt, erreichen Aldi Süd und Aldi Norddie Top Ten der größten Einzelhändler der Welt. Doch sie schaffen ein Kunststück, das kein anderer Händler zustande bringt: Sie erwirtschaften zwei Drittel ihres geschätzten Umsatzes von 82,2 Milliarden Dollar im Ausland. In 17 Ländern sind sie aktiv.

Konzernchef Olaf Koch hatte der Metro Ende März 2016 die Spaltung in einen Elektronikhändler um Media Markt und Saturn sowie einen Lebensmittelhändler verordnet. Die Aktie hatte daraufhin deutlich zugelegt. Steinemanns Anteile gewannen so stark an Wert.

Heute sind beide Teile getrennt, die Media-Saturn-Holding firmiert unter dem Namen Ceconomy. Der Lebensmittelhändler rund um die Großmärkte und die Supermarktkette Real hat sich den Namen Metro gesichert. Laut dem Bericht von „Spiegel Online“ prüft die Bafin auch, ob die Metro die Anleger rechtzeitig über die Aufspaltungspläne informiert hat.

Ein Metro-Sprecher wies die Vorwürfe zurück: „Zu dem Zeitpunkt, zu dem Herr Steinemann und ein Vorstandsmitglied Aktien erworben haben, lag keine Insider-Information vor.“ Auch der Konzern habe nicht gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen. Die Metro habe die Nachricht von der beabsichtigen Aufspaltung pünktlich und unter Beachtung aller einschlägigen Vorschriften kommuniziert.

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