Verdacht der Marktmanipulation
Metro-Chef und Ceconomy-Manager von Ermittlungen betroffen

Hätte die Ad-Hoc-Mitteilung, dass sich der Metro-Konzern aufspalten möchte, zu einem früheren Zeitpunkt erfolgen müssen? Diesem Verdacht geht die Staatsanwaltschaft nach und ermittelt auch gegen jetzige Ceconomy-Manager.
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DüsseldorfDie Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen des Verdachts der Marktmanipulation richten sich auch gegen Metro-Chef Olaf Koch und führende Manager des Media-Saturn-Mutterkonzerns Ceconomy. Die Prüfung, ob eine Marktmanipulation vorgelegen haben könnte, beziehe sich auf das dafür seinerzeit verantwortliche Gremium der Metro, den damaligen Vorstand, erklärte ein Sprecher des Konzerns am Sonntag. Dem Gremium gehörten neben Koch unter anderem der jetzige Ceconomy-Chef Pieter Haas sowie Ceconomy-Finanzchef Mark Frese an. Zuvor hatte der „Spiegel“ über die Ermittlungen berichtet. Sprecher von Metro und Ceconomy wiesen die Vorwürfe zurück.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hatte bereits erklärt, sie ermittle unter dem Vorwurf der Marktmanipulation gegen fünf Personen. Sie geht aber auch dem Verdacht des Insiderhandels nach - davon sind vier Personen betroffen. Die Staatsanwaltschaft hatte Büros der Metro durchsucht. Danach waren bereits Insider-Vorwürfe gegen Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann sowie gegen Metro-Vorstand Pieter Boone bekanntgeworden, die die Metro umgehend zurückgewiesen hatte.

Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit der Aufspaltung des Konzerns in einen Elektronik- und einen Lebensmittelhändler. Diese hatte das Metro-Management Ende März 2016 angekündigt, im vergangenen Sommer wurde der Konzern dann in die Holding Ceconomy um Media-Saturn sowie einen Lebensmittelhändler um die Großmärkte und die Supermarktkette Real aufgeteilt.

Von den Ermittlungen unter dem Verdacht der Marktmanipulation seien „fünf mutmaßlich Verantwortliche des Unternehmens“ betroffen, hatte die Anklagebehörde mitgeteilt. Es bestünden Anhaltspunkte, dass die am 30. März 2016 veröffentlichte Ad-hoc-Mitteilung der Metro zur geplanten Aufteilung zu einem früheren Zeitpunkt hätte erfolgen müssen. Ein Sprecher der Metro sagte, dass es sich bei der Ad-Hoc-Mitteilung nicht um den Beschluss zur Spaltung gehandelt habe, sondern um die Mitteilung, dass der Vorstand der Metro die Aufteilung der Gruppe in zwei unabhängige börsennotierte Geschäftseinheiten prüft und vorbereitet. Zum Zeitpunkt der Mitteilung „hatten weder Vorstand noch Aufsichtsrat der eine Entscheidung über die Aufteilung des Konzerns getroffen“, hieß es damals in der Ad-hoc-Mitteilung. „Bei der Aufteilung der Metro Group in zwei selbständige Unternehmen wurde jederzeit im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften gehandelt“, sagte eine Ceconomy-Sprecherin.

Vom zweiten Komplex - den Tatvorwürfen des Insiderhandels - seien vier Menschen betroffen, hatte die Staatsanwaltschaft erklärt. Drei Personen stammten aus dem Unternehmen selbst, eine weitere von außerhalb des Konzerns. Es lägen Anhaltspunkte vor, dass diese unter Verwendung von Insiderinformationen Aktien der Metro AG kauften oder Insiderinformationen weitergaben.

Diese Vorwürfe richten sich unter anderem gegen Metro-Aufsichtsratschef Steinemann sowie gegen Metro-Vorstand Boone. Es geht um Aktienkäufe, die beide Manager tätigten, kurz bevor der Konzern Ende März 2016 seine Aufspaltungspläne publik machte. Die Aktie der damaligen Metro AG legte am Tag der Ankündigung in der Spitze um 15 Prozent zu. "Zu dem Zeitpunkt, zu dem Herr Steinemann und Herr Boone Aktien erworben haben, lag keine Insider-Information vor", hatte ein Metro-Sprecher gesagt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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