Verdi bestreikt EnBW: Wachleute legen in drei AKW die Arbeit nieder

Verdi bestreikt EnBW
Wachleute legen in drei AKW die Arbeit nieder

Drei Atomkraftwerke von EnBW sollen am Mittwoch bestreikt werden. Die Gewerkschaft Verdi will so den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. EnBW sieht den Schutz der Anlagen aber trotz des Streiks nicht gefährdet.
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DüsseldorfDer Streik der Wach- und Sicherheitsbranche geht weiter. In drei Atomkraftwerken in Baden-Württemberg, konkret in den Anlagen Philippsburg, Neckarwestheim und Obrigheim, streiken am Mittwoch die Wachleute. Damit will die Gewerkschaft Verdi im Tarifkonflikt beim Wach- und Sicherheitsgewerbe am Mittwoch den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöhen. Verdi erwartet, dass sich etwa 150 Beschäftigte an den Streiks beteiligen.

Um die Sicherheit der Reaktoren braucht man sich jedoch offenbar keine Sorgen zu machen. Denn es gibt eine Notdienstvereinbarung, die den Schutz der Atomkraftwerke gewährleisten soll, erklärte ein Sprecher des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gegenüber der Nachrichtenagentur afp. „Wir achten darauf, dass es zu keinen streikbedingten Einschränkungen kommt“, sagte er der afp. „Die Sicherheit muss ständig gewährleistet sein, auch während eines Arbeitskampfes.“

Auf Anfrage von Handelsblatt Online bestätigte auch der Betreiber der drei betroffenen Kraftwerke, EnBW, dass der Schutz der Anlagen nicht gefährdet sein wird. Bereits vor ein paar Wochen seien die Anlagen bestreikt worden und auch damals habe es keinerlei Probleme gegeben.

Bisher waren die Streiks des Wach- und Sicherheitsgewerbes vor allem ein Ärgernis für Geschäftsreisende. Am Montag waren zehntausende Passagiere an den Flughäfen Hamburg, Stuttgart und Hannover betroffen. Mitarbeiter einiger Sicherheitsdienstleister wie zum Beispiel Kötter oder Securitas hatten gestreikt.

Der Arbeitskampf ist noch nicht beendet, in einigen Bereichen ist eine Einigung bisher noch nicht erzielt. Konkrete Termine für weitere Arbeitsniederlegungen sind jedoch noch nicht bekannt. Die nächsten Gespräche zwischen Verdi und dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft finden am Freitag in Mannheim statt. Die Tarifforderungen sind je nach Bundesland und Beschäftigtengruppe unterschiedlich und bewegen sich zwischen 0,70 Euro bis 2,50 Euro mehr Lohn in der Stunde.

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  • Streik um des Streikes Willen
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    Der Altkommunist und moskaugeschulter großer Vorsitzender von Ver.di hat zum Generalstreik aufgerufen.
    Nach den Flughäfen sind jetzt die AKWs dran. Und das ausgerechnet im grün-rot regierten Baden-Württemberg.
    Das kann/darf doch nicht sein! Es geht doch um "Arbeitsplätze"!

    Wie kann da ein "Pseudo-Gewerkschaftler" für den Abbau von Arbeitsplätzen sein?

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