Verdi
Karstadt-Strategie muss überprüft werden

Nach zweieinhalb Jahren tritt Karstadt-Chef Andrew Jennings schon wieder ab. Verdi sieht darin nun die Möglichkeit, die Strategie der Warenhauskette auf den Prüfstand zu stellen – vor allem der Umgang mit dem Personal.
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BerlinDie Gewerkschaft Verdi hat anlässlich des bevorstehenden Chefwechsels bei Karstadt gefordert, die Unternehmensstrategie auf den Prüfstand zu stellen. „Die Strategie „Karstadt 2015“ muss überprüft und erforderlichenfalls angepasst werden“, sagte eine Verdi-Sprecherin am Montag in Berlin. Dabei müssten nicht nur die Geschäftszahlen analysiert werden. Auch der bereits weitgehend umgesetzte Abbau von 2000 Arbeitsplätzen und der Ausstieg aus der Tarifbindung gehörten auf den Prüfstand. Diese Schritte gingen in die falsche Richtung. Wer viele noch unbekannte Modemarken einführe, müsse Service und Beratung groß schreiben.

Verdi äußerte bei seinen Forderungen indirekt auch Kritik am Führungsstil des scheidenden Karstadt-Chef Andrew Jennings: Karstadt brauche ein Management, das den deutschen Markt gut kenne und die Sprache seiner Beschäftigten spreche. „Damit ist nicht gemeint, dass ein Manager deutsch spricht, sondern vor allem, dass er die Beschäftigten motiviert und einbindet“, unterstrich die Sprecherin der Gewerkschaft. Die Erfahrungen der Beschäftigten müssten stärker berücksichtigt werden und in die Ausrichtung des Unternehmens einfließen - auch weil sie wissen würden, was die Kundschaft wolle.

Nach nur zweieinhalb Jahren muss Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen für seinen Warenhauskonzern einen neuen Chef suchen. Jennings, den er Anfang 2011 an die Spitze berufen hatte, wird zum Jahresende abtreten, wie das Unternehmen am Sonntag bestätigte.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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