Verdi ruft zu Protestaktionen auf
Einzelhandelstreiks an Adventswochenende möglich

Am wichtigsten Wochenende für das Weihnachtsgeschäft drohen dem Einzelhandel wegen neuer Streiks im Tarifstreit Behinderungen und Umsatzeinbußen. Für diesen Adventssamstag hat die Gewerkschaft Verdi zu weiteren Protestaktionen aufgerufen.

HB BERLIN. Es werde mit rund 6 000 Streikenden in zehn Bundesländern gerechnet, sagte Sprecherin Cornelia Haß aus der Bundeszentrale von Verdi in Berlin. Am Freitag hätten sich an den Streikaktionen bundesweit rund 8 000 Beschäftigte beteiligt. Nach Angaben der Arbeitgeber hat es bisher keine größeren Auswirkungen gegeben.

Schwerpunkte waren Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Berlin. Betroffen waren vor allem die Unternehmen Real, Extra und Aldi sowie Karstadt und Kaufhof. Auch am Samstag werde vor allem dort gestreikt. Die Beschäftigten fordern den Erhalt der Spätzuschläge und wollen zwischen 4,5 und 6,5 Prozent mehr Geld. „Die Arbeitgeber sollen nun endlich ein entsprechendes Angebot vorlegen. Rewe hat vorgemacht, wie es gehen könnte“, sagte Haß.

Nach den monatelangen Streiks war der zweitgrößte deutsche Handelskonzern aus der Phalanx der Arbeitgeber ausgeschert und hatte am Donnerstag eine einseitige Lohn- und Gehaltserhöhung sowie eine Ausgleichszahlung für seine 80 000 Beschäftigten bekanntgegeben. Die Tarifentgelte steigen demnach von Januar 2008 an um drei Prozent. Die übrigen Arbeitgeber boten bislang nur 1,7 Prozent mehr Geld.

Laut Verdi ist die Streikbereitschaft unter den 2,7 Mill. Einzelhandelsbeschäftigten weiterhin sehr hoch. Seit Juni hätten sich bundesweit mehr als 100 000 Mitarbeiter an den Aktionen beteiligt. Weitere Streikmaßnahmen in den letzten Tagen vor Weihnachten seien nicht ausgeschlossen.

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