Verdi und Post einigen sich
Tarifvertrag für DHL-Luftfrachtdrehkreuz steht

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Deutsche Post haben für die künftigen Beschäftigten des geplanten DHL-Luftfrachtdrehkreuzes am Flughafen Leipzig/Halle einen Haustarifvertrag abgeschlossen. Damit wurde eine weitere Hürde für den Bau des neuen Luftfrachtzentrums aus dem Weg geräumt.

HB LEIPZIG. Beide Seiten einigten sich auf eine 40-Stunden-Woche. Für Überstunden würden keine Zuschläge gezahlt, teilten Post und Verdi am Mittwoch bei der Vertragsunterzeichnung in Leipzig mit. Diese sollten in Zeiten mit weniger Arbeit von den später einmal 3500 Mitarbeitern abgebaut werden. „Wir haben gute Erfahrungen mit diesen atmenden Betrieben gemacht“, sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel. Der Vertrag läuft bis Ende 2009. Ungelernte Arbeiter sollen dem Vertrag zufolge in Leipzig rund 16 000 € im Jahr verdienen, das mittlere Management etwa 30 000 €. Zudem gebe es einen leistungsabhängigen Zuschlag von fünf Prozent. Die Beschäftigten bekommen 25 Tage Urlaub im Jahr, nach fünf Jahren im Betrieb sind es 28 Tage.

Zumwinkel und Verdi-Bundesvorstand Rolf Büttner erklärten, auch für die rund 5000 Mitarbeiter der ehemaligen Karstadt-Quelle-Logistik gebe es eine Einigung. Einzelheiten würden voraussichtlich nächste Woche nach Zustimmung der Verdi-Gremien genannt. Die Post übernimmt die Logistik-Sparte vom angeschlagenen Karstadt-Konzern. Die DHL-Beschäftigten in Leipzig müssen mit dem Abschluss deutliche Abstriche gegenüber den Kollegen im Post-Kerngeschäft hinnehmen, die nur 38,5 Stunden pro Woche arbeiten müssen. Verdi-Vorstand Büttner sprach dennoch von einem guten Ergebnis.

Das neue Drehkreuz am Leipziger Flughafen soll Anfang 2008 in Betrieb gehen und 2012 dann 3500 Mitarbeiter beschäftigen, derzeit sind es erst 70. Die Masse soll Ende 2006 und Anfang 2007 eingestellt werden.

Im Umfeld des Drehkreuzes werden noch einmal die doppelte Zahl an Stellen bei anderen Unternehmen erwartet, so dass insgesamt gut 10 000 Arbeitsplätze entstehen könnten. Die Post will rund 300 Mill. € am Standort investieren.

Am Rande der Vertragsunterzeichnung äußerte sich Zumwinkel optimistisch, dass die Post ihre Gewinnziele in diesem Jahr erreichen werde. Auf Grund der bisherigen Konzernzahlen einschließlich des Monats August könne er die Jahresprognose eines Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 3,6 Mrd. € bekräftigen, sagte er Reuters. Mit Blick auf die geplante Übernahme des britischen Logistikkonzerns Exel sagte der Post-Chef, der Kauf des Unternehmens werde im Laufe des Oktober bei den Kartellbehörden in Brüssel angemeldet. Zu Spekulationen über ein Gegenangebot von einem Wettbewerber für Exel sagte Zumwinkel: „Davon ist mir nichts bekannt.“

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