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Verdis Medien-Attacke gegen Lidl

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat ein Buch zu angeblichen Missständen bei Lidl herausgegeben, druckt Faltblätter für Lidl-Mitarbeiter und hat jetzt eine Zeitung veröffentlicht. Im Schutz der Anonymität des Lidl-Weblogs bei Verdi streiten sich nun Mitarbeiter und Außenstehende: Ist das Management der Discountkette wirklich so unbarmherzig?

HB DÜSSELDORF. "Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen" - das ist die Quintessenz der Gewerkschafts-Vorwürfe gegen Deutschlands zweitgrößte Discountkette. In einer am Mittwoch erschienen zeitungsartigen Veröffentlichung, die Missstände bei Lidl anprangern soll, nennt Verdi Beispiele von Mitarbeitern aus dem Verkauf, die von ihren Filialleitern ausgebeutet oder misshandelt werden, wie die Gewerkschaft sagt.

Im Impressum als Verantwortlicher genannt ist Chef Frank Bsirske persönlich. In der "großen Mehrheit der Läden herrscht Angst", schreiben die Verdi-Autoren in der Veröffentlichung. Mobbing, Pausenunterbrechungen, extremer Leistungsdruck, Schnüffelei und unbezahlte Schufterei seien bei der Discountkette die "brutale betriebliche Wirklichkeit". Die Gewerkschafter halten sich einiges auf Erfolge ihrer Publikationen zugute: Nachdem im vergangenen Jahr das Lidl-Schwarzbuch erschien, habe die Kette aufgehört, unliebsame Mitarbeiter in die Kündigung zu treiben.

Das Buch und die "Zeitung" der Gewerkschaft zu Lidl enthalten Beispiele aus dem Leben - die sind jedoch von Medienprofis aufbereitet. Das wahre Leben findet sich dagegen in dem Weblog der Gewerkschaft zum Thema Lidl, das hauptsächlich als Diskussionsforum genutzt wird. Hier stellen die Webadministratoren auch mal Nutzer bloß, die unter zwei verschiedenen Benutzernamen mit sich selbst über die Qualitäten des Discounters als Arbeitgeber diskutieren - mutmaßlich Mitarbeiter der Lidl-Werbeabteilung, die ihre Kette in besserem Licht erscheinen lassen wollen.

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