Vereinbarung unterzeichnet
Tuifly soll mit Lufthansa-Ableger Germanwings zusammengehen

Die britische Tui -Tochter Tui Travel will ihre schwächelnde deutsche Fluglinie Tuifly mit dem Lufthansa -Ableger Germanwings zusammenführen. Die Aktien des Reiseveranstalters reagierten mit einem Kurssprung.

dpa-afx LONDON/FRANKFURT. Eine entsprechende Grundsatzvereinbarung mit der größten deutschen Fluggesellschaft und dem Germanwings -Haupteigner Albrecht Knauf sei an diesem Dienstag unterzeichnet worden, teilte Tui Travel in London mit. Auch der Regionalflieger Eurowings solle in das Joint Venture eingehen. Die Lufthansa bestätigte die laufenden Gespräche, machte aber keine näheren Angaben.

Die Aktien des Reiseveranstalters reagierten mit einem deutlichen Kurssprung auf die Ankündigung. Der Tui-Travel -Kurs legte um 4,29 Prozent auf 249,25 britische Pence zu. Die Aktien des Mutterkonzerns Tui stiegen um 4,06 Prozent auf 14,62 Euro. Die Lufthansa -Aktie kletterte um 1,86 Prozent auf 16,44 Euro.

"Es ist noch nicht sicher, ob der Zusammenschluss überhaupt zustande kommt", sagte Tui-Travel -Chef Peter Long in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die Verhandlungen seien noch in einem frühen Stadium. Nähere Angaben zu der geplanten Eigentümerstruktur der neuen Airline wollte Long auf Nachfrage nicht machen. In Medienberichten war bislang von je 40 Prozent für Lufthansa und Tui Travel sowie 20 Prozent für Knauf die Rede.

Germanwings ist eine 100-prozentige Tochter von Eurowings, an der die Lufthansa und der Unternehmer Albrecht Knauf jeweils etwa die Hälfte der Anteile halten. Tuifly war erst vor rund einem Jahr aus der Zusammenführung der Tui -Airlines Hapagfly und HLX entstanden. Seither litt die Fluglinie unter sinkender Auslastung. Für Sommer 2008 hat Tuifly die Zahl seiner Flugzeuge bereits reduziert.

Tui Travel kündigte auch weitere Zukäufe an. In Nordamerika hat das Unternehmen dabei die Studenten-Reiseanbieter im Blick, im Asien-Pazifik-Raum Online-Anbieter. Dort würden hohe Margen und ein starkes Wachstum erwartet. Vorstandschef Long sagte, es gebe eine Menge Möglichkeiten, Internet-Touristikanbieter oder Spezialreiseveranstalter zu kaufen. Dafür stünden jährlich rund 150 Mill. britische Pfund (202 Mill. Euro) bereit.

Tui Travel war im vergangenen Jahr aus dem Zusammenschluss der Tui -Touristiksparte mit der britischen First Choice Holidays entstanden. Der deutsche Tui -Konzern kontrolliert 51 Prozent der Stimmrechte. Die Synergien aus dieser Fusion sollen nun auf 150 Mill. Pfund pro Jahr bis zum Jahr 2010 (Geschäftsjahr bis 30. September 2010) gesteigert werden. Bislang hatte Tui Travel mit 100 Mill. Pfund gerechnet. Dafür sollen allerdings auch die Umstrukturierungsaufwendungen von 130 auf 180 Mill. Pfund steigen. Die Kapitalrendite soll sich auf 5,5 Prozent verdoppeln. "Wir werden uns auf die Verbesserung der Margen im Konzern konzentrieren", sagte Long.

Für die bevorstehende Sommersaison verzeichnet Tui Travel derzeit wachsende Buchungsumsätze. Die schwächere Wirtschaftsentwicklung wirke sich bislang nicht auf die Urlaubsbuchungen aus, hieß es. Im Mitteleuropa einschließlich Deutschland lägen sie derzeit mit acht Prozent im Plus, in Westeuropa mit neun Prozent. In Nordeuropa betrage der Zuwachs zwölf Prozent, in Großbritannien acht Prozent.

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