Vereinigung deutscher Autohöfe
Lkw sollen Parkplatzgebühr zahlen

Nach einer deutlichen Zunahme des Schwerlastverkehrs fordert die Vereinigung deutscher Autohöfe (VEDA) eine Parkplatzgebühr für Lastwagen auf deutschen Autobahnen.

HB HERBOLZHEIM. Mit der Gebühr könne der Bau neuer Stellplätze entlang der 12 000 Autobahnkilometer in Deutschland finanziert werden, sagte der Vorsitzende der Vereinigung, Karl-Heinz Schneider, im badischen Herbolzheim (Kreis Emmendingen) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Entlang der deutschen Autobahnen fehlen 20 000 Parkplätze“, sagte Schneider. Die Bundesregierung müsse handeln. „Durch den Mangel an Stellplätzen kommt es in den Abend- und Nachtstunden auf den Transitstrecken zu chaotischen Zuständen“, sagte Schneider, der an der Autobahn Karlsruhe-Basel bei Herbolzheim zwei Autohöfe und zwei Hotels betreibt. Die Stellplätze entlang der Autobahnen seien abends schnell belegt. Durch die Parkplatznot habe sich die Unfallgefahr, vor allem nachts, deutlich erhöht.

„Lastwagen, die keinen Parkplatz mehr finden, blockieren Pannenstreifen und Rettungswege, oder sie parken illegal auf Zufahrtsstraßen. Zudem nehmen sie den Personenwagen die Parkmöglichkeiten.“ Der Schwerlastverkehr habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, und er werde auch zukünftig steigen. „Beim Bau von Parkplätzen tut sich aber nichts. Es fehlt dem Staat das Geld.“ Nötig seien zusätzliche Parkplätze. Die Zahl der Autobahn-Stellplätze müsse von derzeit 60 000 auf 80 000 steigen.

Die zur Finanzierung vorgeschlagene Parkplatzgebühr für Lastwagen könne problemlos über das an den Autobahnen installierte Lkw-Mautsystem erhoben werden, sagte Schneider. Zur Kasse gebeten werden sollten Lastwagenfahrer, die länger als zwei Stunden parken. Die Gebührenpflicht sollte von 20.00 bis 06.00 Uhr gelten. Am Bau der Parkplätze und der dazu notwendigen Infrastruktur könnten sich die 130 Autohöfe in Deutschland beteiligen, sagte Schneider. „Falls der Staat uns finanziell unterstützt, werden wir auf unseren Höfen weitere Parkplätze schaffen.“ Aus eigener Kraft seien Autohöfe nicht in der Lage, in den Bau von Stellplätzen zu investieren.

„Schon jetzt stellten die Autohöfe rund 20 000 Parkplätze bereit“, sagte Schneider. Die meist mittelständisch organisierten Unternehmen entlasteten damit den Staat und die Speditionen. Weitere Investitionen seien nur gemeinsam möglich. „Nach der Erhöhung der Mineralölsteuer sind wir wirtschaftlich in großer Not“, sagte Schneider. „Lkw, die unsere Haupteinnahmequelle sind, tanken im Ausland und fahren bei uns durch. Mit einem Tankinhalt von 2 000 Litern ist das kein Problem.“ Der Umsatz von Diesel-Kraftstoff sei in den vergangenen sieben Jahren um knapp 50 Prozent zurückgegangen. Auch die Einnahmen aus der Gastronomie seien in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

Stichwort: Autohöfe

Im Gegensatz zu den direkt an der Autobahn gelegenen Raststätten befinden sich die Autohöfe in unmittelbarer Nähe einer Ein- und Ausfahrt zur Autobahn. In Deutschland gibt es 370 Autobahnraststätten und 130 Autohöfe. Die Autohöfe sind mittelständisch organisiert. Nach Angaben der Vereinigung deutscher Autohöfe (VEDA) beschäftigen sie bundesweit rund 10 000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Jahresumsatz von 6,5 Milliarden Euro.

Nach einem Gründungsboom Ende der 1990er Jahre ist die Zahl der Autohöfe in Deutschland seit drei Jahren stabil. Die 1995 gegründete VEDA ist die Interessenvertretung der Branche. Der Vereinigung mit Sitz im hessischen Taunusstein gehören nach eigenen Angaben 80 Mitgliedsunternehmen an.

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