Verfahren wegen Betrügereien vor dem Kölner Landgericht
Rewe prozessiert gegen Ex-Chef

Rewe zieht am Freitag gegen Ex-Chef Ernst Dieter Berninghaus vor Gericht. Der Kölner Handelskonzern wirft Berninghaus Betrügereien vor und verlangt fast 27 Millionen Euro Schadenersatz.

HB KÖLN. In dem Zivilprozess vor einer Kammer für Handelssachen am Kölner Landgericht beschuldigt die Rewe ihren einstigen Hoffnungsträger, verdeckt Anteile an der Schweizer Internetfirma Nexum erworben zu haben. Berninghaus soll dann später diese Anteile gewinnträchtig an den Konzern verkauft haben. Ein strafrechtliches Verfahren wegen des Vorwurfs der Untreue in gleicher Sache sei derzeit noch nicht abgeschlossen.

Die Transaktionen sind nach Angaben von Rewe zum Teil über Strohmänner gelaufen. Zudem solle Berninghaus auch pflichtwidrig Provisionen eingestrichen haben. Der Beschuldigte hingegen behauptet nach Angaben eines Gerichtssprechers, die Onlinefirma habe zum Zeitpunkt des Börsenbooms einen hohen Wert gehabt.

Nach Angaben des Sprechers könnte sich das Gericht am Freitag einen ersten Überblick über die Sachlage machen und später einen so genannten Verkündungstermin für das Urteil bestimmen.

Berninghaus war nur knapp ein halbes Jahr Rewe-Vorstandssprecher und trat völlig überraschend im Oktober 2004 zurück. Die damalige Begründung: gesundheitliche Probleme. Ende 2004 reichte Rewe eine Schadenersatzklage ein und stellte Anfang 2005 eine Strafanzeige gegen Berninghaus und andere möglicherweise beteiligte Personen. Berninghaus war der Nachfolger von Hans Reischl, der fast drei Jahrzehnte an der Spitze der Kölner Genossenschaftsgruppe gestanden hatte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%