Verhaltene Gewinnprognose: Henkel startet pessimistisch ins Jahr

Verhaltene Gewinnprognose
Henkel startet pessimistisch ins Jahr

Henkel hatte zum Jahresabschluss mit Devisen-Turbulenzen in Ländern wie Türkei und Südafrika zu kämpfen. Für 2014 sehen die Düsseldorfer keine Aufhellung – und bremsen Erwartungen an hohe Gewinnsteigerungen.
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DüsseldorfDer Konsumgüterkonzern Henkel bekommt die Talfahrt von Währungen in den Schwellenländern zu spüren und rechnet deshalb für 2014 nur mit einem minimalen Anstieg seiner Gewinnmarge. „Das wirtschaftliche Umfeld bleibt schwierig“, räumte Konzernchef Kasper Rorsted am Donnerstag in Düsseldorf ein. „Insbesondere der Einfluss negativer Wechselkurseffekte wird vor allem im ersten Halbjahr weiter spürbar sein.“

Der Hersteller von Persil und Pril erwartet im laufenden Jahr die bereinigte Ebit-Marge bei etwa 15,5 Prozent - 2013 stieg die Marge auf 15,4 Prozent. Die Nachrichten kamen an der Börse nicht gut an: Die Henkel-Aktie verbilligte sich am Morgen um fünf Prozent und bildete damit das Dax-Schlusslicht.

Rorsted hatte in den vergangenen Jahren auf eine rasche Expansion in den Schwellenländern Asiens und Südamerikas gesetzt und Henkel damit auf immer neue Rekordwerte getrieben. 2016 soll gut die Hälfte des Umsatzes in Schwellenländern eingefahren werden. Gleichzeitig hatte er die Kosten gedrückt - die Gewinne stiegen, 2013 schoss der bereinigte betriebliche Gewinn (Ebit) um 7,8 Prozent auf 2,34 Milliarden Euro, der Überschuss nach Anteilen Dritter kletterte auf 1,59 (1,48) Milliarden Euro. Zudem ist Henkel schuldenfrei - Rorsted wies eine Nettogeldanlage von 959 Millionen Euro aus.

Doch nun fließt massiv Kapital aus den Schwellenländern ab, viele Währungen wie der argentinische Peso, die türkische Lira oder der russische Rubel verlieren gegenüber Euro und Dollar deutlich an Wert. Branchenprimus Procter & Gamble (P&G) hatte dies bereits zu spüren bekommen und musste als einer der ersten Großkonzerne sogar seine Geschäftsziele kappen.

Beim Konkurrenten Beiersdorf stiegen die Umsätze 2013 wegen des starken Euro zudem weniger stark an als erwartet. Die Aufwertung der Gemeinschaftswährung setzt vielen Firmen zu, weil bei Umsätzen aus Ländern mit einer schwachen Währung nach der Umrechnung in Euro weniger bei ihnen hängen bleibt. Um das auszugleichen, müssten die Unternehmen ihre Preise im Ausland erhöhen, was wiederum zu Nachteilen im Wettbewerb führen würde.

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