Verhaltene Stimmung auf der Hauptversammlung
Lufthansa gewinnt nicht an Höhe

Obgleich die Deutsche Lufthansa im ersten Quartal weniger Verlust als noch ein Jahr zuvor geschrieben hatte, geht sie nicht davon aus, im laufenden Jahr mehr zu verdienen als 2004. Gründe für die verhaltene Prognose sind die Kosten für die Integration der Schweizer Fluglinie Swiss und die hohen Treibstoffpreise.

HB KÖLN. Konzernchef Wolfgang Mayrhuber bekräftigte am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Köln die Strategie, sich auf das Passagiergeschäft zu konzentrieren und vor allem dort weiter zu wachsen. Die mit der Übernahme der schweizerischen Swiss eingeleitete Konsolidierung in der europäischen Luftfahrt wolle Lufthansa vorantreiben.

Die zweitgrößte europäische Fluggesellschaft strebe weiter ein operatives Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres an, sagte der Konzernchef. 2004 hatte es bei 383 Millionen Euro gelegen. Im ersten Quartal hatte die Lufthansa ein besseres Ergebnis als noch ein Jahr zuvor eingeflogen. Der operative schrumpfte von 116 Millionen Euro auf 26 Millionen Euro.

Den Lufthansa-Aktionären versprach Mayrhuber für die Zukunft angemessene Dividenden. Für 2004 will Lufthansa nach dem Ausfall der Ausschüttung im Jahr zuvor 0,30 Euro je Aktie zahlen. Die Finanzbasis sei 2004 gestärkt worden. Das auf drei Jahre angelegte Sparprogramm sei im Plan, sagte Mayrhuber.

Alle Geschäftsbereich hätten ihre Wachstumschancen, müssten aber rentabel sein. „Der Fokus liegt auf dem Passagiergeschäft. Wir wollen wachsen und die Konsolidierung vorantreiben“, sagte der Lufthansa-Chef. Für die angeschlagene, gemeinsam mit Karstadt-Quelle gehaltene Touristikbeteiligung Thomas Cook zeigte sich Mayrhuber sehr optimistisch, dass diese 2005 wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehrt. „Im Tourismussegment zeigt der Trend deutlich nach oben“, sagte Mayrhuber. Auch die verlustreiche Catering-Tochter LSG sei auf gutem Weg, auch wenn die Sanierung schwierig bleibe.

Vor der Hauptversammlung demonstrierten 50 LSG-Mitarbeiter und Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für eine Beschäftigungssicherung. Die zwischenzeitlich ausgesetzten Tarifverhandlungen für die rund 6 500 deutschen Mitarbeiter der LSG sollen in Kürze wieder aufgenommen werden, sagte Verdi-Verhandlungsführer Steffen Kühirt. Streitpunkte sind die von Lufthansa geforderte Mehrarbeit ohne Lohnerhöhung und die als Entgegenkommen für Einschnitte von der Gewerkschaft verlangte Arbeitsplatzgarantie. In den USA hatte Lufthansa 8 000 LSG-Beschäftigte entlassen.

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