Verhandlungen am Donnerstag
Lokführer drohen mit unbefristetem Streik

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn haben die Lokführer ein Ultimatum gesetzt und drohen wieder mit Streiks. Sollten die Verhandlungen am Donnerstag mit dem Management scheitern, werde die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik eingeleitet, teilte die Gewerkschaft Deutschler Lokführer (GDL) am Montag mit. Die Bahn kontert hart auf die Drohung.

HB FRANKFURT. Darauf hätten sich Hauptvorstand und Tarifkommission der Gewerkschaft verständigt. „Nun liegt es allein in der Hand des Arbeitgebers, diese Eskalation des Tarifkonflikts abzuwenden“, sagte der GDL-Vorsitzende Manfred Schell. Streiks hat die GDL bislang nur für diese Woche ausgeschlossen. Die Bahn erklärte, sie werde gegen neue Arbeitsniederlegungen mit allen Mitteln vorgehen. Damit deutete das Unternehmen einen erneuten Gang vor das Arbeitsgericht an, um Streiks untersagen zu lassen.

Die GDL forderte die Bahn erneut auf, ein eigenes Tarif-Angebot für das Fahrpersonal und die 20 000 Lokführer vorzulegen. Die Bahn lehnt das ab. Mit den beiden anderen Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA hatte sich der Konzern bereits auf eine Lohnerhöhung von 4,5 Prozent ab 2008 sowie eine Einmalzahlung von 600 Euro für die Zeit bis Jahresende verständigt. Diese hat die Bahn auch den Lokführern angeboten. Die Gewerkschaft verlangt aber bis zu 31 Prozent mehr Geld für sie und einen eigenen Tarifvertrag. Um dem Nachdruck zu verleihen, hatte die Gewerkschaft am vergangenen Dienstag große Teile des Bahnverkehrs zum Erliegen gebracht. Diese waren dann wegen einer einstweiligen Verfügung des Arbeitsgerichts Mainz abgebrochen worden.

Das Arbeitsgericht hatte aber am Wochenende entschieden, dass die Lokführer zur Durchsetzung ihrer Tarifforderungen wieder in Warnstreiks treten dürfen. Die GDL hatte ihre Forderungen dafür in verschiedenen Feldern abgespeckt.

Die GDL widersprach aber Behauptungen von Bahn-Personalvorstand Margret Suckale, die Lokführer verlangten nun keinen eigenen Vertrag für das Fahrpersonal mehr. „Das stimmt nicht. Wir fordern weiter den eigenen Tarifvertrag“, sagte ein GDL-Sprecher. Er wundere sich über solche Angaben der Bahn zu Forderungen seiner Organisation. Suckale hatte zuvor erklärt: „Die GDL hat sich darauf zurückgezogen zu sagen, sie wollen jetzt nur noch über Geld und Zeit reden“, sagte sie. Zugleich schloss sie aber Anträge auf neue Verfügungen gegen Arbeitsniederlegungen nicht aus: „Wir werden alles tun, diese Streiks zu vermeiden“, betonte sie.

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