Verhandlungen in Frankreich
Douglas will Parfümeriekette Nocibé übernehmen

Die Parfümeriekette Douglas verleibt sich für eine halbe Milliarde Euro den französischen Konkurrenten Nocibé ein. Douglas hat offenbar einen Mitbewerber ausgestochen, gemeinsam wären die Ketten Frankreichs Nummer zwei.
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HagenDie Hagener Handelsgruppe Douglas will die französische Parfümeriekette Nocibé kaufen und damit zur Nummer zwei auf dem französischen Parfümeriemarkt aufsteigen. Douglas befinde sich bereits in exklusiven Kaufverhandlungen mit dem Nocibé-Eigentümer Charterhouse Capital Partners, teilte das Unternehmen am Montag mit. Den möglichen Kaufpreis beziffert das Handelsblatt auf 540 Millionen Euro. Das Unternehmen selbst machte dazu keine Angaben.

Douglas und Nocibé gehören schon heute als Nummer vier und Nummer drei zu den führenden Anbietern im französischen Parfümeriemarkt. Zusammen kämen sie auf insgesamt 625 Filialen und etwa 4000 Mitarbeiter. Das Unternehmen wäre damit gemessen am Umsatz auf einen Schlag Nummer Zwei hinter der zur LVMH -Gruppe gehörenden Kosmetikkette Sephora und würde Marionnaud hinter sich lassen. Die beiden hinter Douglas und Nocibe stehenden Finanzinvestoren Advent und Charterhouse seien einem Abschluss nahe, sagte ein Insider bereits am vergangenen Freitag.

Die französische Zeitung „Les Echos“ hatte am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, Douglas und Nocibe hätten sich auf eine Preisbasis und auf die Finanzierung geeinigt. Dort hieß es jedoch es sei auch noch der französische Finanzinvestor LBO im Rennen. Der Wert der Kette werde auf 500 bis 550 Millionen Euro taxiert.

In den Gesprächen von Douglas und Nocibe gehe es nun vorrangig um die Frage, wie die wettbewerbsrechtliche Genehmigung zu erreichen ist. Eine mit der Sache vertraute Person sagte Reuters, sowohl Douglas als auch Nocibe könnten einige Läden abgeben, um Bedenken der Wettbewerbshüter aus dem Weg zu räumen. Entsprechend veröffentlichte Douglas die Meldung über die Transaktion auch vorbehaltlich kartellrechtlicher Genehmigungen und Gesprächen mit den Betriebsräten.

Douglas war im Frühjahr von dem Finanzinvestor Advent und der Gründerfamilie Kreke gekauft und von der Börse genommen worden. Das Unternehmen hat sich die Expansion auch über Zukäufe auf die Fahnen geschrieben. Der Konzern strebt nach früherer Aussage von Vorstand Manfred Kroneder die europäische Marktführerschaft an. Für den Ausbau des Geschäfts steht dem Management bis zu eine halbe Milliarde Euro für die nächsten fünf bis sieben Jahre zur Verfügung.

Zu Douglas gehören neben den gleichnamigen Parfümerien auch die angeschlagene Buchhandelskette Thalia, deren Sanierung den Konzern im vorigen Geschäftsjahr 2011/2012 in die roten Zahlen zog, die Juwelierkette Christ, die Hussel-Confiserie und die Textilkette AppelrathCüpper.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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