Verhandlungen über Optionen
Zukunft der Spar liegt im Großhandel

Nachdem Spar wirtschaftlich wieder eine berechenbare Größe geworden sei, gebe es konkrete Gespräche zu den Möglichkeiten Fusion, Kooperation sowie die Übernahme durch einen anderen, berichtete Vorstandschef Stephan Schelo am Mittwoch in Hamburg. Namen der Verhandlungspartner wollte er nicht nennen.

HB HAMBURG. Auch die Alleinstellung sei eine Variante, die verfolgt werden müsse. „Sie ist nicht unser Favorit, aber sie geht“, sagte Schelo. Bei einem Bruttoumsatz von 2,7 Milliarden Euro plant Spar 2005 ein leich positives Ergebnis, auch operativ soll der Großhandel ein leichtes Plus schreiben. Er wird weiterhin die selbstständigen Spar- Einzelhändler beliefern.

Spar hatte 2004 durch den Verkauf der Netto-Discounter eine Insolvenz abgewendet, dabei musste auch der französische Hautpaktionär ITM Enterprises erneut mehr als als 500 Millionen Euro zuschießen. Er will über ein Squeeze-Out-Verfahren die restlichen Aktionäre aus dem Unternehmen drängen, dazu liegen aber noch 11 Anfechtungsklagen beim Landgericht Hamburg vor. Schelo rechnet mit einem Abschluss des Verfahrens bis Ende 2005, danach kann Spar auch von der Börse genommen werden. Von einst mehr als 1 000 in eigener Regie geführten Einzelhandelsmärkten bleiben dem Unternehmen auf Grund von Mietverträgen noch vier. 2005 werden die restlichen 31 Filialen an Selbstständige abgegeben oder geschlossen.

Den verbleibenden Großhandel, der 2004 operativ einen Verlust von 62 Millionen Euro (2003: 46 Millionen) auswies, hat der Vorstand auf vier regionale Zentren konzentriert, die Logistik wurde gestrafft. Die Restrukturierungsausgaben belaufen sich 2005 auf 117 Millionen Euro (Vorjahr: 126 Milionen). Auch beim Personal wurden durch die Verkäufe, aber auch in der Verwaltung in Schenefeld bei Hamburg, Einschnitte gemacht: Im September wird Spar 3050 Vollzeitstellen haben nach 7000 Anfang 2004.

Die Spar Handels-AG wies 2004 auf Grund der Sanierungsaufwendungen einen Jahresfehlbetrag von 47 Millionen Euro aus. Im Konzern gab es nach außerordentlichen Erträgen einen Jahresüberschuss von 411,7 Millionen Euro. Der Konzernumsatz lag bei 6,3 Milliarden Euro, davon entfiel die Hälfte auf die Netto-Discounter. Umsatz und Rohertrag der ersten drei Monate 2005 lägen über Plan, berichtete Schelo, auf vergleichbarer Basis seien sie besser als 2004.

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