Verhandlungen über Strecken
Jet Airways will Deutschland mit Indien verbinden

Der Deutschen Lufthansa droht auf ihren lukrativen Verbindungen von und nach Indien ein neuer Wettbewerber. Naresh Goyal, Chairman der größten privaten indischen Fluggesellschaft Jet Airways, erklärte im Gespräch mit dem Handelsblatt, dass er mit zwei deutschen Flughäfen über Start- und Landerechte verhandele.

BONN. Goyal nannte die Flughäfen Düsseldorf und München. Beide bestätigten die Gespräche. Als wahrscheinlicher Startpunkt gilt Mitte 2008. Jet Airways hat sich zur qualitativ hochwertigen Alternative zum Staatsflieger Air India entwickelt und dominiert den indischen Markt. In Europa fliegt Jet Airways bislang nur nach London-Heathrow und ab August nach Brüssel.

Der Vorstoß nach Deutschland ist allerdings ein Spagat: Jet Airways würde zum Lufthansa-Rivalen, ist aber gleichzeitig an einer Kooperation interessiert. Für die Starts und Landungen in Düsseldorf und/oder München hoffen die Inder wie bisher schon in London-Heathrow auf die Zubringerflüge der deutschen Nummer eins.

Um der Lufthansa die Zusammenarbeit schmackhaft zu machen, will Jet Airways in Indien als Joint-Venture-Partner für eine Frachttochter zur Verfügung stehen. „Wir sprechen mit Lufthansa über die Gründung einer gemeinsamen Cargo-Tochter“, sagte Goyal, der nicht nur Aufsichtsrat von Jet Airways ist, sondern auch Gründer und Mehrheitsaktionär. Das Joint Venture solle Jet Cargo heißen.

Ein Sprecher der Konzerntochter Lufthansa Cargo bestätigte die Gespräche. Allerdings verhandele Lufthansa Cargo nicht exklusiv mit Jet Airways. Als Vorbild für die Frachttochter in Indien gilt die im Oktober 2004 in China gegründete Jade Cargo International. Das Joint Venture von Shenzhen Airlines (Anteil 51 Prozent), Lufthansa Cargo (25) und der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) (24) strebt die Marktführerschaft an.

Profitables Asien

Asien ist für Lufthansa – und zwar sowohl in der Passage als auch in der Fracht – der profitabelste Wachstumsmarkt. Allerdings sind den Frankfurtern bei der Expansion in Richtung Indien die Hände gebunden. Die 45 gemäß den bilateralen Verkehrsrechtsverhandlungen möglichen Flüge pro Woche nutzt Lufthansa bereits. Und weitere wird es nach Informationen aus dem Bundesverkehrsministerium vorerst nicht geben. Für die indische Seite gibt es keinen Anreiz für eine Aufstockung, da die Staatslinie Air India bisher nur einen Bruchteil der 45 möglichen Starts und Landungen nutzt. Lufthansa kann die indische Konkurrenz also nur gewähren lassen, oder mittels Kooperationen oder Codeshares wie bisher auch schon mit Air India unter Kontrolle zu halten versuchen.

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