Verhandlungen werden fortgeführt
Kein Lufthansa-Streik am Dienstag

Kommando zurück im Tarifstreit zwischen Pilotengewerkschaft und Lufthansa: Die Vereinigung Cockpit erklärte überraschend, zurück an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der für Dienstag angekündigte Streik entfällt.
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FrankfurtÜberraschende Wende im Tarifstreit zwischen der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und der Lufthansa: Die Arbeitnehmervertreter zeigten sich entgegen erster Ankündigungen bereit, die Gespräche mit dem Luftfahrtkonzern wieder aufzunehmen. Die Lufthansa-Geschäftsleitung habe der Vereinigung Cockpit am Mittag einen veränderten Forderungskatalog zur Übergangsversorgung übermittelt, hieß es in einer PResseerklärung vom Montagabend. Die Tarifkommission der VC habe daraufhin noch für diese Woche Termine angeboten, um wieder in Gespräche einzusteigen. „Vor diesem Hintergrund hat die VC beschlossen, die morgige Arbeitskampfmaßnahme nicht durchzuführen“, heißt es weiter.

Die Piloten der Lufthansa hätten am Dienstag die Langstreckenflüge am Frankfurter Flughafen bestreikt. Betroffen wären Abflüge im Zeitraum von 9 bis 17 Uhr Ortszeit auf den Langstreckenflügen mit den Flugzeugtypen Airbus A380, Boeing B747, Airbus A330 und Airbus A340 gewesen. Die hatte die Gewerkschaft VC am Montag mit. In der Erklärung hieß es noch, das Lufthansa Management hätte bisher kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt.

Die Lufthansa hatte ihrerseits die Muskeln spielen lassen und trotz des Pilotenstreiks angekündigt, alle für Dienstag geplanten Langstreckenflüge aus Frankfurt am Main starten lassen. Es komme voraussichtlich zu keinen Flugausfällen, bei 24 der 40 Verbindungen seien lediglich die Abflugzeiten geändert worden, teilte die Lufthansa am Montag mit. Teilweise würden die Abflugzeiten aus dem Streikzeitraum hinausgeschoben, sagte ein Sprecher. Seinen Angaben zufolge kommen zudem auch sogenannte Management-Piloten zum Einsatz, die in dem Konzern neben ihrer Pilotentätigkeit eine Führungsposition innehaben.

„Wir brauchen das Flugzeug auch am anderen Ende des Fluges, auch dort stehen Passagiere, die warten“, sagte der Sprecher mit Blick auf den Sonderflugplan, in dem kein Langstreckenflug annulliert wurde. Er empfahl den Kunden, sich auf der Internetseite über die geänderten Zeiten zu informieren. Passagiere, die ihre Kontaktdaten hinterlegt hätten, würden per E-Mail und SMS informiert. Auch dies ist nun, erst einmal, hinfällig

Der Streik treffe Lufthansa auch ohne Flugausfälle hart genug, meinte hingegen VC-Sprecher Markus Wahl. Es sei im Prinzip abzusehen gewesen, dass die Fluggesellschaft die vom Ausfall bedrohten Langstreckenflügen mit einem erheblichen Dispositionsaufwand darstellen könne. Die nun im Einsatz befindlichen Managementpiloten würden ja eigentlich in anderen Funktionen gebraucht. „Unser Streik kreiert bei Lufthansa schon genug Chaos.“ Für künftige Runden stünden der VC noch weitere Mittel zur Verschärfung des Arbeitskampfes zur Verfügung wie der Verzicht auf Ankündigung, Befristung oder Beschränkungen auf eine Teilflotte. Der Rückhalt sei weiterhin stark. Der Zuspruch für eine weitere Verhandlungsrunde als Reaktion auf das neue Angebot aber offenbar auch.

Das wäre der vierte Streit der Piloten gewesen , seitdem die Tarifgespräche zwischen Piloten und der Lufthansa Ende August abgebrochen wurden. Zuletzt war das Drehkreuz München Schauplatz des Arbeitskampfes. Die Gewerkschaft verleiht mit der Streikwelle ihrer Forderung nach Beibehaltung einer betriebsinternen Frührente für die 5400 Lufthansa-Piloten Nachdruck.

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  • Und wie das sein kann, wenn Paxe auf Dicken Maxen machen wollen: besser kann so ein Board das nicht darstellen können.

  • Proletencarrier LH:
    sieht man nicht aus wie das Personal wird man gleich als Charterflieger behandelt.

    Aber so ist das nun mal, wenn Proleten einen Laden geclimbt haben.

  • Staatsline LH: das ist ein beamtenbetreuter Carrier wo das Board längst nur eine einzige Sogre hat: dass Angie endlich mnal von der Flugbereitschaft auf LH wechselt.

    Schon dass ein ganz gewaltiger Grund sich von LH so fern zu halten, wie es die Verhältnisse nun einmal erlauben....

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