Verkäufe können die Unternehmenskasse kaum aufbessern
Karstadt-Immobilien droht der Schlussverkauf

Handelsexperten rechnen damit, dass Karstadt-Quelle beim geplanten Verkauf von Konzernimmobilien hohe Preisabschläge hinnehmen muss. „Durch den Verkauf der Häuser könnte das Unternehmen eine Pleite abwenden“, sagt der Handelsexperte der Bankgesellschaft Berlin, Volker Hergert. Doch die Verhandlungsposition des Essener Handelsriesen sei denkbar schlecht.

HB HAMBURG/DÜSSELDORF. „Karstadt fehlt der lange Atem, um notfalls auf ein besseres Angebot zu warten“, fürchtet er. Tatsächlich wittern derzeit gleich mehrere Wagniskapitalgesellschaften ein lukratives Schnäppchen. Als aussichtsreicher Bieter gilt zum einen die US-Gesellschaft Blackstone. Aber auch die Hamburger Immobiliengruppe Agiv Real Estate AG hat ein Auge auf Karstadt-Immobilien geworfen. „In Kooperation mit anderen Investoren könnten wir uns durchaus für einige Karstadt-Häuser interessieren“, sagte gestern ein Agiv- Sprecher. Im Falle eines Erwerbs sei die Gesellschaft bereit, auch das Management der Warenhäuser zu übernehmen.

An mehreren Kaufhäusern soll auch der Hamburger Einkaufszentren-Betreiber ECE Interesse haben, heißt es aus Firmenkreisen. Ein Sprecher der Otto-Tochter wollte dazu nichts sagen. ECE verhandelt bereits jetzt mit Karstadt-Quelle über den Kauf des Warenhaus-Grundstücks in Essen am Limbecker Platz.

Die Kaufangebote für deutsche Handelsimmobilien sind aus Sicht der Einzelhandelskonzerne aber nur selten attraktiv, wie zuletzt die Metro einsehen musste. Nach dreijährigen Verhandlungen stoppte Deutschlands größtes Handelsunternehmen den geplanten Komplettverkauf seiner Häuser. Zuvor hatte sich ein Konsortium aus Agiv, Blackstone und Merrill Lynch um das Immobilienpaket bemüht, ebenso eine Interessentengruppe um die Sparkassen-Organisation Corpus. Die Verkäufe hätten sich wirtschaftlich nicht gerechnet, begründete Metro-Chef Hans-Joachim Körber das Ende der Verhandlungen.

Für Karstadt-Quelle stellt sich zudem die Frage, ob das operative Geschäft einen Verkauf der Immobiliensparte überleben würde. Mit einem Ertrag vor Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebta) von 242 Mill. Euro war die Immobiliensparte 2003 mit Abstand die profitabelste des Konzerns. Das Kaufhausgeschäft war hingegen mit minus 148 Mill. Euro der größte Verlustbringer.

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