Verkauf an Finanzinvestor
Metro versilbert Praktiker-Heimstätten

Erst hat Metro seine Baumarkttocher Praktiker an die Börse gebracht. Nun trennt sich der Handelskonzern auch noch von den verbliebenen Immobilien seines Sprösslings. Nicht mal die Zentrale darf Praktiker behalten.

HB DüSSELDORF. Metro habe 53 Immobilien in Deutschland, Ungarn und Griechenland an einen Immobilienfonds der Ixis AEW Europe verkauft, teilte der Handelskonzern am Mittwoch mit. Verkauft wurden auch 35 Standorte in Deutschland, darunter die Praktiker-Zentrale im saarländischen Kirkel. Den Erlös bezifferte Metro auf rund 480 Mill. Euro. Das Unternehmen hatte bereits zuvor angekündigt, sich angesichts des Börsenganges von Praktiker von den Baumarkt-Immobilien zu trennen.

„Wir haben immer gesagt, dass das Immobilienmanagement für fremde Unternehmen nicht zu unserem Kerngeschäft gehört,“ sagte der Sprecher. Der erzielte Verkaufspreis sei „gut“ gewesen, fügte er hinzu. Die Veräußerung der Immobilien steht in Deutschland noch unter dem Vorbehalt einer kartellrechtlichen Genehmigung.

Börsengang und Immobilienverkauf brächten Metro damit im Geschäftsjahr insgesamt rund 840 Mill. Euro ein, hieß es. Metro hatte sich bei dem Börsengang von Praktiker Ende November von rund 60 Prozent seiner Tochter getrennt.

Die Baumarktkette will nun die Expansion vor allem in Osteuropa vorantreiben. Diese ist für Praktiker extrem wichtig. Denn mehr noch als die 277 deutschen Märkte dürften die 61 Praktiker-Baumärkte in Südosteuropa für die Investoren von Interesse sein. Sie bringen zwar nur 23 Prozent des Umsatzes, aber 58 Prozent des Betriebsgewinns.

Im Baumarktsektor in Deutschland tobt seit Jahren ein unerbittlicher Verdrängungswettbewerb, da es nach einhelliger Branchenüberzeugung zu viel Verkaufsfläche gibt. Experten schätzen die überflüssige Fläche auf rund 30 Prozent des Bestandes. Dennoch versuchen vor allem die drei führenden Baumarktgruppen Obi, Praktiker und Hornbach weiter, durch großflächige Neueröffnungen Marktanteile zu gewinnen.

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