Verkauf der Containerreederei
Hapag-Lloyd bleibt hanseatisch

Die Hamburger Traditionsreederei Hapag-Lloyd wird teilweise verstaatlicht und bleibt in der Hansestadt. Ein Hamburger Konsortium aus Wirtschaft und Politik bekommt den Zuschlag für die Containerreederei. Hapags Vorstandschef Michael Behrendt behält seinen Job, scheidet aber aus dem Tui-Vorstand aus. Tui erwartet eine deutlich sinkende Verschuldung und wird nun zu einem reinen Tourismuskonzern.

DÜSSELDORF/HAMBURG. Ein Konsortium aus Hamburger Wirtschaft und Politik hat Hapag-Lloyd für 4,45 Mrd. Euro vom Hannoveraner Tui-Konzern übernommen. Der Aufsichtsrat stimmte dem Kauf am Sonntagabend zu.

Tui fließen aber nicht 4,45 Mrd. Euro zu. Im Kaufpreis ist die Übernahme von Schulden von zwei Mrd. Euro enthalten. Außerdem erwirbt Tui für 700 Mio. Euro 33 Prozent an der Gesellschaft, die Hapag-Lloyd künftig besitzt. Letztlich gibt es weitere Finanzierungsvorbehalte, so dass der Verkaufserlös der Tui 1,4 Mrd. Euro beträgt. Am Montag teilte Tui mit, das Unternehmen erwarte aus dem Verkauf von Hapag-Lloyd einen Buchgewinn von einer Milliarde Euro und eine deutlich sinkende Verschuldung. Die Nettoverschuldung werde um etwa 3,3 Mrd. Euro abnehmen, heißt es in einer Präsentation von Finanzvorstand Rainer Feuerhake zu einer Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren. Mit dem Abschluss der Transaktion rechnet Tui für Januar 2009. Dann werde auch der Buchgewinn realisiert.

Hinter dem Käufer, dem Konsortium „Albert Ballin“, steht vor allem der Hamburger Unternehmer Klaus-Michael Kühne. Der 71-Jährige soll mehr als eine Mrd. aus seinem Privatvermögen für Hapag-Lloyd aufgebracht haben. Die Hansestadt zahlt 484 Mio. Euro für ihr 35-Prozent-Paket. Weitere 100 Mio. Euro kommen jeweils von der halbstaatlichen HSH Nordbank und der Versicherung Signal Iduna. Einen zweistelligen Millionenbetrag gibt die Versicherung Hanse Merkur.

Der Zuschlag für die Hamburger erfolgte, nachdem am Freitag der einzige Mitbieter, die NOL-Reederei aus Singapur, aus dem Rennen um Hapag-Lloyd ausgestiegen war. Die Hoffnung der Tui und ihrer Aktionäre auf ein Wettbieten hatte sich damit zerschlagen Es gab nur je ein Angebot von beiden Seiten. Das von NOL soll bei 3,5 Mrd. Euro gelegen haben. Der Tui-Vorstand hatte sich in den vergangenen Tagen an NOL gewandt, um den Asiaten eine Chance zur Nachbesserung zu geben. Dies ist in Auktionen dieser Art üblich.

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