Verkauf der Reederei
Hamburger Lösung für Hapag-Lloyd

Am Anfang standen große Erwartungen, Nationalstolz kam ins Spiel, am Schluss geriet der Mega-Deal eine Nummer kleiner – und nun steht er vor dem Abschluss: Europas größter Reisekonzern Tui verkauft seine hundertprozentige Containerschiffs-Reederei Hapag-Lloyd an die eigens dafür gegründete Albert Ballin KG. Kaufpreis laut Tui: 4,45 Mrd. Euro.

DÜSSELDORF. So viel Geld wird allerdings nicht fließen. Denn an der neuen Firma mit dem Namen jenes Mannes, der im ausgehenden 19. Jahrhundert die Traditionsreederei groß machte, beteiligt sich die Tui mit einem Drittel – sonst wäre der Deal nach eigener Einschätzung im vorigen Herbst angesichts der schwierigen Marktsituation für die Containerschifffahrt vermutlich mangels zahlungskräftiger Käufer geplatzt.

Mit großen Erwartungen war der Hannoveraner Konzern in das Verkaufsprozedere gegangen. Doch statt Schlange stehender Bieter kristallisierten sich nur zwei ernsthafte Interessenten heraus. Zum einen die Singapurer Staatsreederei NOL und zum anderen die „Hamburger Lösung“: das dann zum Zuge gekommene Käufer-Konsortium unter Führung des Logistik-Milliardärs Klaus-Michael Kühne (Kühne & Nagel), der 24 Prozent der Anteile halten wird.

Monate hatte er dafür getrommelt, Hapag-Lloyd, die fünftgrößte Containerschiffs-Reederei der Welt, als nationales Unternehmen zu erhalten. Er gewann dafür auch die Freie und Hansestadt Hamburg, die 23 Prozent erwarb. Daneben spielte der persönlich haftende Gesellschafter der Warburg-Bank, Christian Olearius, eine entscheidende Rolle und hält fünf Prozent des Aktienkapitals. Mit von der Partie sind die HSH Nordbank sowie die Versicherungen Signal Iduna und Hanse Merkur.

Der Verkauf befindet sich im sogenannten Closing. Alles laufe planmäßig und werde in den nächsten Wochen abgeschlossen, heißt es bei den Beteiligten. Die Finanzierung sei trotz Finanzkrise unter Dach und Fach.

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