Verkauf für die Bahn AG
Lidl wegen Ticket-Aktion abgemahnt

Nach Beschwerden dutzender Bahnkunden hat die Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs e.V. in Bad Homburg die Handelskette Lidl abgemahnt, die die Billig-Tickets der Deutschen Bahn verkauft hatte.

HB BAD HOMBURG/STUTTGART. Susanne Jennewein von der Stuttgarter Fililale der Zentrale sagte der Zeitung "Die Welt", der Verein verlange von Lidl eine Unterlassungserklärung, wonach die Kette nicht mehr damit werben werde, dass die 49,90-Tickets bis 28. Mai erhältlich seien. "Gibt Lidl keine Erklärung ab, werden wir den Klageweg beschreiten".

Bereits am Vormittag hatte bereits Vereinsgeschäftsführer Reiner Münker erklärt: "Es ist nicht in Ordnung, damit zu werben, dass es die Tickets eine Woche lang gibt, und nach einer halben Stunde ist dann Schluss." Eine solche irreführende Werbung sei eindeutig ein Verstoß gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. "Wenn kein ausreichender Vorrat da ist, muss ich mich mit der Werbung zurückhalten", sagte er. Dies habe Lidl aber nicht getan. Die Handelskette lehnte es ab, eine Stellungnahme abzugeben.

Dem auch als Wettbewerbszentrale bekannten Verein gehören nach eigenen Angaben sämtliche Industrie- und Handelskammern, die meisten Handwerkskammern, weitere 400 Verbände und Organisationen der Wirtschaft sowie ca. 1200 Unternehmen an. Auf seiner Internet-Seite weist der Verein darauf hin, dass die Kosten einer Abmahnungen in der Regel der Abgemahnte zu tragen haben.

Der Bundesverband der Verbraucherzentrale hatte jedoch darauf hingewiesen, dass sich die Bahn und Lidl wahrscheinlich durch den Hinweis auf ein begrenztes Kontingent gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb abgesichert haben. "Die Aktion ist juristisch schwer angreifbar, weil die Aktion mit dem Zusatz 'Solange der Vorrat reicht' beworben wurde", sagte der Pressesprecher des Bundesverbandes, Christian Fronczak.

Die rund eine Million Hefte mit je zwei Blanko-Bahnfahrkarten waren am Donnerstag in den 2600 deutschen Lidl-Geschäften in nur wenigen Stunden verkauft worden. Vielerorts waren die Tickets bereits nach wenigen Minuten vergriffen. Lidl-Geschäftsführer Gerd Chrzanowski gab sich von dem Kundeninteresse überrascht: "Wir haben erwartet, dass die Resonanz gut sein würde. Aber mit einem solchen Ansturm haben wir nicht gerechnet." Offiziell sollten die Fahrkarten bis zum 28. Mai zu haben sein. Bahnchef Hartmut Mehdorn lehnte es ab, Lidl noch mehr Billig-Tickets zu liefern. Die Aktion sei eine "einmalige Werbemaßnahme gewesen."

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