Verkauf könnte schwierig werden
Tui will sich aus Italien verabschieden

Europas größter Touristikkonzern Tui erwägt nach eigenen Angaben den Rückzug aus Italien. Grund sind die anhaltenden Verluste auf dem stark rückläufigen italienischen Touristikmarkt.

Reuters HANNOVER. Im Rahmen des beschlossenen Kostensenkungsprogrammes würden alle Beteiligung geprüft. „Dazu gehört sicher auch dieses Thema“, sagte Tui-Sprecher Mario Köpers am Donnerstag. Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht. Nach einem Bericht des Fachmagazins „FVW“ ist Tui entschlossen, die vor zwei Jahren begonnene Partnerschaft mit der Agnelli-Gruppe wieder zu lösen. Grund seien die anhaltenden Verluste. Tui habe bereits bei Mitbewerbern vorgefühlt.

Tui hatte vor zwei Jahren für rund 20 Mill. € zehn Prozent an der Alpitour-Muttergesellschaft NHT (New Holding for Tourism) erworben und anschließend die Charterfluggesellschaft Neos mitgegründet. NHT gehört zu der von der Agnelli-Familie kontrollierten börsennotierten Holding Ifil.

Mit einem Rückzug in Italien würde der Expansionskurs des europäischen Marktführers einen Dämpfer erhalten. In Frankreich war es Tui gelungen, nach einem Minderheitseinstieg den Veranstalter Nouvelles Frontieres komplett zu übernehmen und zu sanieren.

Einstieg in Italien galt als Schritt zu neuer Allianz

Die von Tui-Konzernchef Michael Frenzel persönlich mit Ifil-Präsident Umberto Agnelli ausgehandelte Beteiligung war in der europäischen Touristikbranche als Einstieg in eine weitergehende Allianz gewertet worden. So galt die Agnelli-Gruppe zwischenzeitlich als möglicher Interessent für den gut 30-prozentigen Anteil der WestLB, die bisher wichtigster Anteilseigner von Tui ist. Abgesehen von der Neos-Gründung, die lediglich zwei Flugzeuge betreibt, blieben aber weitere Schritte zu einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Tui und der Agnelli-Gruppe aus.

Alpitour verbuchte im vorigen Jahr nach eigenen Angaben bei einem Umsatz von 930 Mill. € einen Verlust von zwölf Mill. €. Nach FVW-Angaben wird auch in diesem Jahr bei Alpitour mit roten Zahlen gerechnet. Der italienische Reisemarkt verzeichnet nach Ansicht von Branchenkennern in diesem Sommer noch ein Minus im Vergleich zu dem schon schwachen Vorjahr von 30 %.

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