Verkauf oder Börsengang der Baumarktkette
Metro bestimmt Zukunft von Praktiker

Im Handelskonzern Metro dürfte heute eine Vorentscheidung über die Zukunft der Baumarkttochter Praktiker fallen. Firmeninsider erwarten, dass der Aufsichtsrat auf seiner turnusmäßigen Sitzung in Düsseldorf die Weichen entweder in Richtung Verkauf oder Börsengang stellen wird.

SAARBRÜCKEN. Eine druckfrische Studie der von Metro mit dem Verkauf beauftragten Investmentbank JP Morgan, die dem Handelsblatt vorliegt, beziffert den Wert von Praktiker auf 1,12 bis 1,26 Mrd. Euro. Vor wenigen Monaten noch hatte die Hypo-Vereinsbank Praktiker mit 0,75 Mrd. Euro bewertet, allerdings noch inklusive des verlustreichen und inzwischen an Metro abgegebenen Österreich-Geschäfts. Nicht in den Berechnungen enthalten sind die Praktiker-Immobilien, die sich größtenteils im Besitz der Metro-Querschnittsgesellschaft Metro Asset Management befinden. „Die Frage des Immobilienverkaufs ist Verhandlungssache“, sagte ein Metro-Sprecher.

Nachdem in der Vergangenheit Gespräche mit strategischen Investoren – darunter dem US-Giganten Home Depot – ergebnislos geblieben waren, hat sich die Reihe der Interessenten gelichtet. Wie es in Verhandlungskreisen heißt, ist allein noch die britische Beteiligungsgesellschaft Permira im Rennen.

Um dennoch eine gute Verhandlungsposition zu behalten, bereitet Metro die Konzerntochter parallel auf einen Börsengang vor. Sollte das Angebot von Permira unter den Erwartungen bleiben, sei am 18. November mit der Erstnotiz der Praktiker-Aktie in Frankfurt zu rechnen, hieß es gestern im Umfeld des Unternehmens. Für die Arbeitnehmervertreter wäre dies in jedem Fall die bevorzugte Lösung. „Wir haben einen Heidenrespekt vor Heuschrecken“, hieß es in Aufsichtsratskreisen der Arbeitnehmerseite. Entschieden ist bislang aber noch nichts. „Für Metro ist es auch weiterhin eine Option, Praktiker zu behalten“, betonte ein Firmensprecher.

Schon seit Wochen sorgt ein möglicher Börsengang von Praktiker in Frankfurt für Unruhe. „Wir fürchten einen Flop“, heißt es bei einer britischen Beteiligungsgesellschaft, die selbst nicht zu den Praktiker-Interessenten gehört. Viele Private-Equity-Firmen fürchten, bei einem Börsendesaster von Praktiker auch die geplanten Börsengänge der eigenen Beteiligungstöchter noch einmal verschieben zu müssen.

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